Rheinpfalz Showtanzgruppe des KVE setzt Maßstäbe

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Sprachlos erlebt man Dieter Radtke, dem Sitzungspräsident des Dahner Karnevalvereins „Elwetritsche“ (KVE) und seinem „Vize“, Frank Baumann, selten. Nach dem halbstündigen Auftritt der KVE-Showtanzgruppe am Ende der ersten Prunksitzung am Samstag im restlos auserkauften „Tritschestall“, wie die beiden Herren das Dahner Haus des Gastes zu nennen pflegen, erhoben sich die beiden „Superhelden“ von ihren Stühlen und taten das, was alle taten: Sie spendeten den völlig ausgepowerten Tänzerinnen minutenlang Applaus.

Was die Mädels der KVE-Showtanzgruppe präsentierten, war vom Allerfeinsten. In Michael-Jackson-Stil interpretierten sie viele bekannte Hits wie „Thriller“, „Beat it“, „Dirty Diana“ oder „Bad“ tänzerisch so fantastisch, dass man den Eindruck gewinnen konnte, Michael selbst klatscht Beifall. „Zugabe“ forderte das Publikum, woraufhin Radtke meinte: „25 Minuten bei gefühlten 50 Grad, da kann es keine Zugabe geben. Die Mädels sind fix und alle. Ihr habt Michael nicht nur getanzt, ihr habt ihn gefühlt.“ Während die Tollität Melissa I (Juretic) bis zu diesem Zeitpunkt im glamourösen Prinzessinnenkleid ihren KVE präsentierte, zeigte die neue Tollität, ebenso wie ihre etwa 20 Mittänzerinnen, wie Tanzen in Vollendung auszusehen hat. „Wir ziehen den Hut“, brachte es Baumann treffend auf den Punkt. Einen weiteren tänzerischen Glanzpunkt setzten die Allerkleinsten an diesem Abend gleich zu Beginn, treffend zum Thema „Superhelden“. Die 23 Minis, die jüngsten Nachwuchstänzerinnen waren gerade mal drei Jahre jung, huldigten tänzerisch unsere Fußballweltmeister mit fetzigem Tanz. Den Funken zum Überspringen brachten im ersten Teil des Programms die jungen Herren vom Turnverein Hinterweidenthal mit ihrem unterhaltsamen Auftritt. Auch die Junioren-, Jugend und Elwetritschegarde, die Elwi-Guggers mit ihrem Gesang sowie die Show-Teens und Tanzmariechen Barbara Eckelmann wussten zu überzeugen. „Holt Euch die Orden und kommt zu den bösen Onkels“, scherzte Radtke bei Überreichen derselben an die Tanzmäuse. Dass traditionell der Showtanz bei den KVE-Prunksitzungen landkreisweit Maßstäbe setzt, wurde erneut unter Beweis gestellt. Die Büttenredner, Maddin (Berberich) und Supertrottel Karl-Heinz Göttel, gehörten von Beginn an zu den immer willkommenen Gästen und plauderten auch dieses Mal wieder aus dem intimen, aber auch unterhaltsamen Nähkästchen. Barbara Wilhelm im Engelskostüm als „Santa Inkontinentia“ stellte in ihrem Beitrag den Anschlag auf die Redakteure der Satirezeitschrift Charlie Hebdo in den Fokus: „Ein Hoch auf die Pressefreiheit, je suis Charlie“, sprach sie. Übrigens: Die Damen und Herren Kommunalpolitiker suchte man, so man sie denn suchte, bei dieser Sitzung vergeblich. Fehlanzeige. Als „Super Nele“ stand Nele Kühner, „die Krott“, ebenso in der Bütt wie ihre große Schwester Julia, gemeinsam mit Markus Zwick. Die beiden boten ein verbales Duell über Männer und Frauen. Bereits zu zweiten Mal nach 2014 gaben Monika Scheder und Chris Sprenger amüsante Einblicke in das Witwenleben und stritten dabei ergebnisoffen, wer von beiden Damen die Dümmere ist. Einen Hauch von Kölner Karneval brachte der „Kölner Jeck“, „Oberstleutnant“ Thomas Schneider, als Gardeoffizier in den Tritschestall. Ein Dauerbrenner, der seinem Ruf gerecht wurde, egal zu welcher Zeit und egal womit, das Publikum auf seine Seite zu ziehen, war erneut Tobias Paltz in seiner Paraderolle als „Bauer Sepp“. „Ihr kennt mich jo, ich bin de Sepp und immer noch ledig“, so zog er auf die Bühne, während die Sitzungsband „Dancebar“ das Lied „Resi, i hol di mit’m Traktor ab“ spielte. Eine lebende „OO-Puppe“, bei der er seine liebe Mühe mit dem Aufblasen hatte, zelebrierte der Hermersberger und reizte dabei alle Möglichkeiten des Klischees aus. Das Publikum liebt seinen Bauer Sepp, und zwar inzwischen nicht nur die Damen.

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