Rheinpfalz Schwengelpumpe statt Brunnenaufbau

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Bei einer Enthaltung segnete der Stadtrat am Donnerstagabend den Plan zur Gestaltung des Schlosshofes ab. Auch für die Kunst am Bau gab es eine Mehrheit: Neun Ratsmitglieder stimmten dafür, einer dagegen, zwei enthielten sich.

Auf Intervention von Dorothea Siedow (FWG) wurde allerdings der im Plan von Architekt Peter Cappel vorgesehene Wiederaufbau eines Brunnens im Schlosshof verworfen. „Das wird später doch ein Abfalleimer“, argumentierte Siedow, die auch darauf verwies, dass man Gitterstäbe einziehen müsste, damit niemand hineinstürzen könne. Die 4000 Euro für die Wiederherstellung des Brunnens könne man sich sparen, weil: „Da schaffst du mit viel Geld einen Abfalleimer“, sagte Siedow. Man einigte sich schließlich auf den Vorschlag des Ersten Beigeordneten Günter Lüers, an Stelle des Brunnens eine Schwengelpumpe zu installieren. Außerdem soll ein Fundament für eine Stele oder Skulptur errichtet werden. Die Kosten für die Herstellung des Platzes, der einen barrierefreien Zugang erhält, sind auf rund 100.000 Euro geschätzt. Die Gesamtkosten für die vorgeschriebene Kunst am Bau wurden auf 23.847 Euro limitiert. Dabei orientierte sich der Stadtrat genau an dem von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion vorgegebenen Wert. Gottfried Bräunling wird drei Metalltafeln erschaffen, deren Motive einen historischen und landschaftlichen Bezug zu Lauterecken und dem Veldenz-Schloss herstellen. Die Tafeln bestehen aus einem Spezialstahl, dessen bräunliche Patina ein Verrosten verhindert. Ratsmitglied Werner Graf (FWG) brachte als Alternativvorschlag Gemälde ins Gespräch, die von einem Lauterecker Künstler gestaltet werden könnten, fand aber keine Mehrheit dafür. Vor zwei Wochen hatten die Ratsmitglieder eine Entscheidung über die Pläne verweigert, weil sie die Informationen erst am Sitzungstag erhalten hatten und sich nicht ausreichend informiert fühlten (wir berichteten). Am Donnerstagabend war der Sitzung eine Ortsbesichtigung vorausgegangen, bei der Architekt Cappel seine Gestaltungspläne noch einmal darstellte und auch der Künstler Gottfried Bräunling über seine Vorstellungen der Kunst am Bau informierte. Und als die Fragen zur Qualität der hölzernen Fassade zwischen Schloss und Turm – laut Cappel handelt es sich dabei um eine künstlerische Interpretation eines früheren hölzernen Wehrganges – geklärt waren, wandte sich Dorothea Siedow an den Architekten, um ihn an seine Mahnung aus der vorangegangenen Sitzung zu erinnern und zu ihm zu widersprechen. Cappel hatte in der Sitzung vor zwei Wochen angemahnt, ein Stadtrat müsse sich auch mit den Themen befassen. Diesen Vorwurf wies Siedow zurück, hielt Cappel stattdessen Pläne entgegen, die damals als Grundlage für die Entscheidung zur Holzfassade am Schloss vorgelegen hatten. „Darauf kann ich nicht erkennen, wie’s am Ende aussieht, das hätte man auch anders darstellen können“, kritisierte Siedow – worauf Beigeordneter Heinrich Schreck ihr widersprach: „In der Sitzung vom 21. März 2016 war alles ausführlich vorgestellt worden, alles war genau sichtbar.“ Dieter Drumm (FWG) pflichtete Schreck bei. Die Gestaltung sei zwar Geschmackssache, aber: „Den Plan habe ich so gesehen.“ Man solle sich also jetzt nicht darüber lustig machen und von einer Kletterwand sprechen – eine Anspielung, die sich auf die Fasnachtsseite der RHEINPFALZ bezog, in der die Fassade als Kletterwand glossiert worden war. Auch Helmut Steinhauer (CDU) bestätigte Drumms Wahrnehmung: „Stimmt, der Rat hat’s gesehen.“ Er schränkte allerdings ein, dass damals über eine Vielzahl von Gewerken abgestimmt worden sei und die Darstellung der Fassade so deutlich doch wieder nicht zu erkennen gewesen sei. Vor der Sitzung noch informierte Schreck die RHEINPFALZ über seinen Parteiaustritt. Er habe als langjähriges Mitglied der FDP der Partei nun den Rücken zugekehrt. Seinen Austritt formulierte er mit den Worten: „Ich bin nicht mehr einverstanden mit der Politik der FDP auf Kreis- und auf Stadtebene“, sagte Schreck. Weiter konkretisierte er seine Unzufriedenheit nicht. Sein Amt als Beigeordneter der Stadt fülle er aber weiter mit Engagement aus, weil es ihm gefalle und er mit Leib und Seele diese Arbeit tue.

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