Rheinpfalz Schwab-Kandidatur nicht unumstritten

Für die Freien Wähler im Landkreis Kusel geht Helge Schwab in das Rennen für die Landratswahl. Die Delegierten des Kreisverbandes der Freien Wählergruppen (FWG) nominierten Schwab am Donnerstabend mit großer Mehrheit zum Kandidaten für die Wahl des Kreischefs am 11. Juni. Gegen die Bewerbung eines FWG-Kandidaten gab es aber auch Vorbehalte.
Nachdem Schwab vor wenigen Tagen seine Kandidatur angekündigt hatte (wir berichteten), unterstützten die Kreisdelegierten diesen Schritt des 46-jährigen Ortsbürgermeisters aus Hüffler. Für Schwab stimmten 30 Delegierte, es gab vier Nein-Stimmen, eine Stimme war ungültig. Vor der Wahl des FWG-Kreisvorsitzenden zum Landratskandidaten gab es eine kurze, aber kontroverse Aussprache. Dorothea Siedow aus Lauterecken plädierte dafür, sich an die 2014 getroffene Vereinbarung zwischen den Kreistagsfraktionen von SPD und FWG zu halten. Darin sei vereinbart, dass beide Fraktionen bei der Landratswahl einen für beide Seiten akzeptablen SPD-Kandidaten unterstützen. Siedow argumentierte, vor der Nominierung eines eigenen Bewerbers für die Landratswahl hätte mit der SPD verhandelt werden sollen. Wenn die Freien Wähler gegen die Vereinbarung verstießen, verlören sie an politischem Einfluss, gab sie zu bedenken. Andere Delegierte verwiesen auf das eigene Profil der FWG. Sie führten an, dem Landkreis könnte nichts Besseres passieren als eine Landratswahl mit mehreren Kandidaten. Neben Schwab und der Kuseler Stadtbürgermeisterin Nagel gibt es einen dritten Landratskandidaten. Wie berichtet, hat Harald Leixner aus Börsborn angekündigt, dass er als unabhängiger Bewerber bei der Landratswahl antreten wolle. Vor den Kreisdelegierten sagte Schwab, dass es keine Empfehlung der FWG-Kreistagsfraktion an die Delegiertenversammlung gebe, die SPD-Landratskandidatin Ulrike Nagel zu unterstützen. Es liege nun an der SPD, ob sie weiter an sachbezogener Zusammenarbeit im Kreistag interessiert sei. In seiner Bewerbungsrede sagte Schwab, als Landrat wolle er die „intransparenten Personalstrukturen der Kreisverwaltung erfahrbar machen“. Zudem gehe es darum, die Kreisverwaltung und deren Mitarbeiter in eine „leistungsstarke, bürgernahe und zukunftsorientierte Zukunft“ zu führen. Als weiteres Ziel nannte er eine „echte Wirtschaftsförderung“. Ohne Arbeitsplätze gebe es keine stabile Zukunft des Landkreises. Im Hinblick auf künftige Gebietsreformen befürwortete er eine „sinnvolle, konsensual im Kreistag abgestimmte Veränderung des Kreisgebietes“. Für den anstehenden Wahlkampf kündigte Schwab Bürgergespräche in den Verbands- und Ortsgemeinden an. |rac