Rheinpfalz Schnellere Datenübertragung im Blick

Placeholder-Image

Über eine Möglichkeit, im Zuge anstehender Straßensanierungen Leerrohre zur Breitbandversorgung und Glasfaserkabel bis in Häuser hinein verlegen zu lassen, ließ sich am Freitag der Fischbacher Ortsgemeinderat von Jens Winter, Geschäftsführer der Firma NX4 Networks aus Erlenbach, informieren. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Gremium noch nicht.

NX4 Networks arbeitet Winter zufolge eng mit der Schweizer Firmengruppe RMT zusammen, deren Konzerntochter GG Infra Investment AG bereits in anderen Gemeinden der Südwestpfalz und benachbarter Landkreise in Glasfaserverkabelung investiert. Die Firma garantiert für jeden Haushalt die jeweils gebuchte Datengeschwindigkeit. Bereits mit einer Faser beim Hausanschluss seien 73,7 Terabit erreichbar, sagte Winter. Für Hausbesitzer wären die Anschlüsse inklusive Erdarbeiten kostenlos, sofern sie sich gleich zu Projektbeginn beteiligten. Spätere Anschlüsse wären möglich, aber kostenpflichtig. Seine Einnahmen erzielt der Schweizer Investor über Netznutzungsgebühren von den Internet-Providern. Ein solcher firmiert ebenfalls unter dem Dach der RMT-Holding. Winter betonte, RMT greife nicht auf bestehende Systeme zurück, sondern baue komplette eigene Netze. Sollte ein Kooperationsvertrag mit der Ortsgemeinde zustande kommen, würden anschließend mit den Hausbesitzern individuelle Hausanschlussverträge abgeschlossen. In Fischbach könnte mit dem Netzausbau voraussichtlich im Sommer 2019 begonnen werden. Pro Straßenkilometer rechne man mit einer Bauzeit von etwa einem Monat, wobei der äußere Zustand von Straßen, Gehwegen und Grundstückszufahrten ebenfalls auf Kosten der Firma wieder hergestellt werde, erläuterte Winter. Nachdem sich der Gemeinderat bereits im September vorigen Jahres mit dem Bebauungsplan „Fischbacher Weg“ befasste, ermöglicht er nun nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Verwaltungsprozedere per Aufstellungsbeschluss zur vereinfachten Planänderung einer Familie die Einfahrt auf ihr Grundstück, indem die Ortsgemeinde dafür zwei Parkplätze zur Verfügung stellt. Durch eine weitere vereinfachte Änderung des Bebauungsplans kann eine vorgesehene Verbindungsstraße bei einem anderen Anwesen entfallen. Sie soll nur noch der Erschließung zweier rückwärtiger Baugrundstücke dienen. Im Bereich der hinteren Dahner Straße war es laut Ortsbürgermeister Michael R. Schreiber in der Vergangenheit wiederholt zu Meinungsverschiedenheiten darüber gekommen, ob das Areal des ehemaligen Forsthauses, einer Lagerhalle und dreier Grundstücke zum Innen- oder Außenbereich des Ortes zählen. Aus diesem Grund erließ der Rat eine Klarstellungssatzung, die das Gelände eindeutig als innerhalb der bebauten Ortslage befindlich definiert. An den Start gehen mit dem offiziellen ersten Spatenstich am Mittwoch Umbau und Erweiterung der Kindertagesstätte. Am Freitag vergab der Rat, jeweils an den günstigsten Bieter, Aufträge für acht Gewerke: Das Schwesternhaus abreißen wird die Firma Metz aus Bruchweiler-Bärenbach. In den Bauabschnitten eins und zwei führt die Maurer- und Betonarbeiten Otto Andelfinger (Busenberg) aus, die Dachdeckerarbeiten die Zimmerei Gottschall (Thaleischweiler-Fröschen). An diese ging auch der Auftrag für die Holzbauarbeiten in den beiden Bauabschnitten. Für den Heizungsbau zeichnet die Firma Nikolaus (Fischbach) verantwortlich, für die Sanitärinstallationen die Firma Scherer (Höheischweiler). Die Elektroinstallationsarbeiten gingen an Elektro-Köhler (Pirmasens). Bezüglich der Rückzahlungsforderungen des Landes im Zusammenhang mit dem Biosphärenhaus (die RHEINPFALZ berichtete mehrfach) findet am 11. April eine Besprechung bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier statt, informierte Schreiber. Die umfangreiche Medienberichterstattung habe auch „dazu geführt, dass wir in der Rekordzeit von knapp zwölf Monaten eine Antwort von Ministerpräsidentin Malu Dreyer bekommen haben“, merkte er sarkastisch an. In ihrer Antwort vom 30. März auf ein Schreiben des Ortschefs vom 20. April 2016 erörtert Dreyer „die Sicht der Landesregierung“, der zufolge bereits 1995 unter anderem darauf hingewiesen worden sei, „dass eine Beteiligung des Landes an den laufenden Betriebskosten nicht darstellbar ist“. Sie schließe sich der Empfehlung des Innenministeriums an, das kommunale Vorhaben einer Gesamtbetrachtung mittels Vorlage einer Gesamtschlussabrechnung zu unterziehen, so Dreyer. Im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wird die Bewertungskommission des Landkreises am Dienstag, 25. April, Fischbach besuchen. Interessierte Bürger seien zum Dorfrundgang ebenfalls eingeladen, sagte Schreiber. Treffpunkt ist um 15.15 Uhr im Ruth-Theysohn-Park. |brl

x