Rheinpfalz Schmucklos und leicht zu übersehen

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Cronenberg. Die römische Säule in Cronenberg fällt kaum auf, so dass man sie leicht übersieht. Aber sie ist eines der Zeugnisse für die Geschichte der Römer im Landkreis Kusel.

Die Säule steht im Hof der Metzgerei Eckel. Mit Fundament und Kapitell ist sie zwei Meter hoch und hat einen Durchmesser von 30 Zentimeter. Sie besitzt kaum Schmuck, lediglich am oberen Ende kann man einen ringartigen Wulst und vier Streifen erkennen, mit denen das Kapitell beginnt. Auffällig ist der helle, gelbliche Sandstein, der sehr viele kleine Quarzeinschlüsse enthält. Die Säule war in zwei Teile zerbrochen und wurde wieder zusammengefügt. In das Kapitell wurde ein dicker, eiserner Stift eingelassen, der von einer späteren Verwendung stammt. Ludwig Eckel erinnert sich an die Geschichte der Säule. Sein Großvater war in der Gewanne „Rohlings Tränke“ beim Pflügen immer wieder auf ein Hindernis im Boden gestoßen. Er hielt es für einen Felsbrocken und grub es schließlich aus. Dabei entdeckte er, dass es sich um zwei römische Säulen handelte. Eine war in mehrere Stücke zerbrochen, so dass es sich nicht lohnte, sie zu bergen. Die andere ließ sich aber wieder zusammensetzen und wurde auf dem Hof zuerst als Stütze für den Misttransport verwendet. Dabei diente der Eisenstift zum Befestigen eines Balkens. Inzwischen hat die Säule einen würdigeren Platz im Hof am Rande eines Beetes gefunden. Trotz ihres einfachen Aussehens ist die Cronenberger Säule ein wichtiges Zeugnis für die römische Besiedlung und ergänzt andere Funde, die man in den benachbarten Gemeinden Medard, Odenbach und Ginsweiler gemacht hat. Die beiden Säulen im Acker gehörten mit Sicherheit zu einem großen römischen Gutshof, einer „Villa Rustika“. Wahrscheinlich stützten sie das Dach einer offenen Vorhalle („Portikus“). Die römischen Gutshöfe dienten nicht nur zur Selbstversorgung, sondern sollten Überschüsse produzieren, mit denen größere Städte wie Mainz oder Trier und die Soldaten in den Kastellen versorgt werden konnten. Die Produkte wurden wahrscheinlich nicht von den Bauern selbst vermarktet, sondern von Händlern aufgekauft und über das gut ausgebaute Straßennetz zu den Verbrauchern befördert. Eine genauere Bestimmung, zu der auch der Herkunftsort des Gesteins gehört, müsste eine archäologische Untersuchung klären.

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