Rheinpfalz Schlussstrich unter Friedhofsplanung
Folgt der Gemeinderat Waldfischbach-Burgalben am kommenden Montag der Empfehlung des Bauausschusses, wird unter das leidige Thema Friedhofsplanung endlich ein Schlussstrich gezogen.
Der Ausschuss, der am Montag tagte, empfiehlt, dass die Variante drei, die das Ingenieurbüro sdu-Plan im Januar bei einem Ortstermin vorgestellt hatte, als Grundlage für die Umsetzung genommen wird. Sukzessive, so wie Bedarf besteht und finanzielle Mittel vorhanden sind, soll die Variante umgesetzt werden. Sie ist die Grundlage für die kommenden Jahre. Um den Bedarf an pflegeleichten Rasenurnengräbern schnellstmöglich decken zu können, soll zunächst im unteren Friedhofsbereich ein Feld dafür ausgewiesen werden. Dass dort drei normale Gräber vorhanden sind, deren Ruhefrist noch nicht abgelaufen ist, sei kein Problem, erläuterte Bürgermeisterin Anna Silvia Henne (SPD), das lasse sich verbinden. Seit fast acht Jahren, erinnerte der für den Geschäftsbereich zuständige Beigeordnete Günter Schramm (BWB), befasse man sich nun schon mit dem Thema Friedhof. Warum das so lange gedauert hat, zeigte sich in der Sitzung, als Schramm noch einmal die komplette Historie – aus seiner subjektiven Sicht – Revue passieren ließ. Fakten Aktuell gibt es auf dem Friedhof noch acht freie Urnengräber. Weitere 40 Urnengräber lassen sich schnell zur Verfügung stellen. Laut Verwaltung werden im Moment viele Gräber abgeräumt, so dass es auf dem Friedhof nicht an Platz mangelt. Henne informierte darüber, dass es im Nachgang zur Ortsbesichtigung im Januar nun die Besprechung mit den Fachabteilungen in der Verwaltung gegeben habe, um einen Ratsbeschluss herbeiführen zu können. Bei diesem Termin war auch Schramm. Es sei einvernehmlich festgelegt worden, dass Vorentwurf drei von sdu-Plan Grundlage für die weitere Entwicklung des Friedhofes werden soll. In diesen Plan drei hat das Büro alle Wünsche von Ratsseite für moderne Bestattungsvarianten einfließen lassen. „Beim Ortstermin im Januar fanden diese Variante alle gut“, sagte Alexander vom Hagen (BWB). Deshalb plädierte er dafür, „dann haben wir endlich das Konzept“. Dem stimmte Herbert Beihl (CDU) zu. „Dieses Konzept fanden alle gut. Es ist die Grundlagenplanung, die der Rat will“, bestätigte er, dass sdu-Plan das umgesetzt habe, was gewünscht war. Inklusive eines Wegesystems in einem völlig neu zu gestaltenden Feld links vom Hauptweg. Dass die Felder für mögliche Bestattungsarten – von Baumbestattung bis Urnenstelen – im Plan thematisch durch ein neues Wegesystem abgegrenzt werden, sei Wunsch des Rates gewesen. Ebenso die kreisförmige Anordnung von Feldern und Wegen. Was davon wie und wann umgesetzt wird – ob mit eigenem Bauhof, Fachfirma oder Gartenbaubetrieb – kann der Rat immer wieder im konkreten Bedarfsfall entscheiden. Das Konzept lässt sich Baustein für Baustein umsetzen. Theater Er wolle sich nicht den Schwarzen Peter in der Geschichte zuschieben lassen, dass sdu-Plan den Vertrag mit der Gemeinde für die Friedhofsplanung gekündigt habe, sagte Beigeordneter Schramm. Genau das sei aber der Fall, hielt ihm Klaus Feller von sdu-Plan entgegen. Im Juli 2016 hatte das Büro um Aufhebung des 2011 geschlossenen Vertrages zur Friedhofsüberplanung mit der Gemeinde gebeten, weil Schramm nicht bereit war, obwohl es sein Geschäftsbereich war, mit den von der Gemeinde beauftragten Planern zu reden und Termine abzusprechen. Er habe sich zudem ruf- und geschäftsschädigend gegenüber dem Ingenieurbüro verhalten. Dass der Rat den Planer daraufhin bekniet habe, doch noch mal den vorhandenen Entwurf zu überarbeiten, bestätigten Henne und Ratsmitglieder und widersprachen damit auch Schramms Darstellung. Der Ausschuss hatte sich nicht mehr mit der Vergangenheit befassen, sondern endlich die Weichen für die Zukunft stellen wollen. Aber Schramm rollte erneut alles auf, brachte das Kündigungsschreiben von sdu-Plan ins Spiel, griff die Kostenseite an. „Alles Schnee von gestern“, sagte Henne zu diesen Themen. Aber da Schramm Vorwürfe erhob, galt es, diese zu klären. Laut Schramm hat die Fachfirma gesagt, die Anlage eckiger Wege sei kostengünstiger als die geplanten runden Wege. Das stimme, bestätigten alle Fachleute im Rat, „aber der Rat hat sich ja bewusst für diese optisch ansprechendere runde Variante entschieden“, erinnerte Beihl. „Viel zu teuer“ nannte Schramm die Planung von sdu-Plan. Das Ingenieurbüro hatte erklärt, dass es 279.000 Euro kosten würde, wenn der Plan sofort komplett von einer Fachfirma umgesetzt würde. Das seien Marktpreise, so Feller. Ohnehin will niemand im Rat den Plan sofort in Gänze von einer Fachfirma umsetzen lassen. Diese Baukosten entstehen so nicht. Das Geld hat die Gemeinde auch gar nicht. „Da sind wir doch thematisch gar nicht auseinander, hat doch auch die Verwaltung festgestellt“, sagte Henne zu Schramm, der immer wieder für sich reklamierte, dass nur er versuche, die Kosten niedrig zu halten. Stück für Stück könne dieser Plan umgesetzt werden, abhängig vom Bedarf an Bestattungsflächen und -formen sowie den vorhandenen finanziellen Mitteln der Gemeinde. Das sieht auch Alexander vom Hagen (BWB) so: „Wir haben hier ein Konzept, machen auf dessen Grundlage den ersten Schritt, ein Jahr später den nächsten Schritt und so weiter.“