Rheinpfalz Schlummerndes Sparpotenzial aufspüren

Tolle Infrastruktur, aber unansehnliche Hauptstraße. So bewerten Bürger Waldfischbach-Burgalben und wünschen sich im Zuge des en
Tolle Infrastruktur, aber unansehnliche Hauptstraße. So bewerten Bürger Waldfischbach-Burgalben und wünschen sich im Zuge des energetischen Quartierskonzeptes, das auch eine städtebauliche Verbesserung bringen soll, Lösungen für eine bessere Gestaltung von Straßen, Parkraum und Wegen für Fußgänger und Radfahrer.

«WALDFISCHBACH-BURGALBEN.» Zehn Gemeinden im Landkreis Südwestpfalz, die im gleichnamigen Förderprogramm sind, wollen sich und ihre Bürgern zunächst einmal aufzeigen lassen, wo in ihrer Gemeinde, in ihrem Quartier Potenziale zum Energiesparen schlummern. Ohne engagierte Bürger, das steht fest, wird das Programm ein Flop. Deshalb sollen die Bürger beteiligt werden. Auftakt zu dieser Projektphase war am Montag in Waldfischbach-Burgalben. In den übrigen neun Gemeinden – gestern in Steinalben, am Donnerstag in Geiselberg, am 2. April in Rodalben - beginnt sukzessive diese Projektphase. Es zeigte sich beim Auftakt, dass es nicht einfach wird, die Bürger mitzunehmen. Das Gros der Teilnehmer des Abends, zu dem die Ortsgemeinde und das Fachbüro DSK aus Mainz eingeladen hatte, hat in irgendeiner Form – meist kommunalpolitisch – bereits mit dem Thema zu tun gehabt. In Phase zwei gibt es Fördermittel Der Optimismus, dass sich im Zuge der einjährigen Projektphase die Bürger mitnehmen lassen, ist bei Karin Weber von DSK vorhanden. Schließlich gehe es um deren Lebensraum, wie dieser künftig gestaltet sein soll. Im Idealfall sollen energetische und städtebauliche Ziele in Einklang gebracht werden. Auf der einen Seite sollen die Bauten an den Klimawandel angepasst werden. Es geht darum Energie zu sparen, erneuerbare Energien verstärkt einzusetzen, die Effizienz zu steigern. Das sind energetische Ziele. Städtebauliche Ziele sind, die Gebäudesubstanz zu erhalten und zu modernisieren. Die Durchgrünung eines Ortes zu verbessern, was an heißen Tagen viele Vorteile hat. Es gehe darum, Flächen zu entsiegeln, den ruhenden und fließenden Verkehr besser zu ordnen, zeigte Weber auf, was sich praktisch mit dem energetischen Quartierskonzept verbinden soll. In einer zweiten Projektphase, wenn die Gemeinden, die jetzt erst mal untersucht werden, in ein Städtebauförderprogramm aufgenommen werden. Konkrete Hilfe und Anreize nötig „Welche Möglichkeiten es gibt, Energie zu sparen, das wissen die meisten Menschen. Was sie brauchen, ist konkrete Unterstützung, wenn sie Maßnahmen angehen“, hatte Steinalbens Bürgermeister Hans-Peter Peifer schon frühzeitig darauf hingewiesen, dass ein Anreiz bestehen muss, sich zu beteiligen. Dass Geld, das ausgegeben wird, um ein Haus energietechnisch zu verbessern, über Steuerrückerstattungen zurückgeholt werden kann, könnte ein Anreiz sein. Zunächst werden die Bürger aber befragt. Hauseigentümer bekommen einen Fragebogen, der sie veranlassen soll, sich mal intensiv mit ihrem Gebäude zu befassen. Mit Alter, Zustand, geplanten Renovierungsmaßnahmen. Der Fragebogen, räumt Weber ein, ist umfassend, lasse sich nicht nebenbei ausfüllen. Wie viel Öl wird im Jahr verbraucht? Ist gedämmt? Diese Daten gibt es in keinem öffentlich zugänglichen Register „deshalb brauchen wir die Hilfe der Bürger“, verdeutlicht Weber. Als Anreiz wird gesetzt, dass Hauseigentümern, die mitmachen, zwei Vorschläge unterbreitet werden, was sie an ihrem Haus energetisch verbessern können. Das ist ein Teil der Datenbasis, die benötigt wird. Den zweiten Teil werden Mitarbeiter von DSK im April/Mai erfassen. Sie werden durch den Ort laufen, den Zustand der Gebäude erfassen. „Ob Fenster einfach oder dreifach verglast sind, lässt sich erkennen, ebenso ob die Fassade gedämmt ist oder nicht“, sagt Weber. Gebäude-Energieeffizienz ist ein wichtiger Punkt. Das gilt für Wohngebäude, aber auch für gewerblich genutzte Gebäude. Dabei gehe es um die Frage, ob eine Maßnahme wirtschaftlich sinnvoll sei. Die Bürgerbeteiligung sei wichtig, unterstrich Weber. Weil es verschiedene Blickwinkel gebe, die DSK dann helfen, die Daten richtig zu interpretieren und die richtigen Handlungsfelder daraus ableiten zu können. „Bürgerbeteiligung heißt Prioritäten setzen“, sagt Weber. Was ist das Planungsziel, lautet die Frage, die die Bürgern in den zehn Fördergemeinden, zu denen noch Hauenstein, Hinterweidenthal, Lemberg, Rodalben, Schwanheim, Trulben und Vinningen gehören, beantworten sollen.

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