Rheinpfalz Schlaflabor zurzeit nicht in Betrieb

Dem erfolgreichen Einstieg als Leitender Oberarzt der Kardiologie im St. Elisabeth-Krankenhaus folgte unerwartet schnell der Ausstand: Karl Bruck, der im Oktober vergangenen Jahres vom Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken nach Rodalben gewechselt war, verlässt die Klinik zum 1. Juli und geht als niedergelassener Kardiologe nach Pirmasens. Das von Bruck geleitete Schlaflabor, das im Januar eröffnet wurde, ist momentan nicht in Betrieb.
„Diese Entscheidung hat uns völlig überrascht“, erklärten Steffen Nirmaier, der Ärztliche Direktor, und Verwaltungsleiter Rainer Kropp auf Anfrage. Beide versicherten zugleich, dass mit Brucks Weggang kein Vakuum entstehe. Das Schlaflabor sei, nachdem der leitende Oberarzt die Klinik verlassen habe, allerdings derzeit nicht in Betrieb. Daher suche das Krankenhaus einen Nachfolger, der das Labor übernehme. Denn, das machte Kropp deutlich, grundsätzlich möchte man am Schlaflabor festhalten. Die dort beschäftigten Mitarbeiter seien zurzeit anderweitig eingesetzt. Entlassen wurde niemand. Das ist laut Kropp auch nicht geplant. Gewisse Einschnitte wird es nach Brucks Weggang bei der ambulanten kardiologischen Behandlung geben. Für die Ambulanz in Rodalben musste Bruck nach eigenen Angaben bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) eine sogenannte Ermächtigung beantragen. Für den „Großraum Pirmasens“ wurde damals der Bedarf an ambulanter Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt. Diese Ermächtigung ist laut Bruck personenbezogen, verbleibt also nicht beim Rodalber Krankenhaus. Nachdem Bruck durch die KV nun als niedergelassener Kardiologe eine Sonderbedarfszulassung erhalten hat, dürfte der Bedarf einer ambulanten Versorgung im Großraum Pirmasens gedeckt sein. Für das St. Elisabeth-Krankenhaus bedeutet das laut Kropp, die speziellen ambulanten Leistungen im Bereich Kardiologie, die Bruck anbieten konnte, sind derzeit – womöglich auch in Zukunft – in der Klinik nicht mehr möglich. Privatpatienten seien davon allerdings nicht betroffen, schränkt Kropp ein. Auch andere ambulante internistische Leistungen, etwa Untersuchungen des Magen-Darm-Traktes, werden weiterhin wie gewohnt angeboten. An der stationären kardiologischen Versorgung ändere sich überdies ebenfalls nichts. Noch im Dezember hatte Bruck, der sich vor seinem Dienstantritt in Rodalben vertretungsweise in einer Zweibrücker Praxis in die Pflicht nehmen ließ, erklärt: „Ich gehöre mit Leib und Seele in eine Klinik.“ Die biete mit ihren direkten Vernetzungen ganz andere Möglichkeiten zu arbeiten. Allerdings habe sich herausgestellt, dass „meine Vorstellungen einer optimalen Patientenversorgung, sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich, am Rodalber Krankenhaus nicht zu erfüllen waren“, begründete er seinen Weggang. „Der Kollege, den wir gerne in unseren Reihen behalten hätten, hat sich entschieden, den selbstständigen Weg zu gehen“, erklärte Nirmaier. „Das haben wir zu akzeptieren.“ Für Brucks Arbeit in Rodalben habe ihm die Klinik moderne Gerätschaften zur Verfügung gestellt. Mit seinem Spezialwissen sollte er die Technik optimal nutzen und die Kardiologie zu einem Schwerpunkt des Hauses ausbauen. Dies betraf vor allem Untersuchungen in der Echo- und Stressecho-Kardiographie: Ultraschall im Ruhezustand und unter Belastung. So ließen sich Durchblutungsstörungen und Herzinfarktrisiken ermitteln. Dieses Konzept passe ins Leitbild des Hauses, sagt Nirmaier. Die Kardiologie habe Basisarbeit gleistet und leiste sie unter der Leitung von Thomas Jäger weiterhin. Alle Abteilungen in Rodalben gewährleisteten „die hochwertige Standardversorgung für den ländlichen Raum“. Spezialfälle bedürften der Behandlung in größeren Zentren. „Keine Sorge, auch die Innere Abteilung im St. Elisabeth-Krankenhaus ist nach wie vor gut aufgestellt“, so Kropp. Neben dem Chefarzt nannte er etwa den Diabetologen Hartwig Ohr oder den Nephrologen Jan Musial sowie den erfahrenen Internisten Alois Braun, der sich frei von organisatorischen Belastungen ganz seiner Fachmedizin widmen könne. Zudem beschäftige das Haus zurzeit zwei weitere Fachärzte und vier Assistenzärzte. (ns/clc)