Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Schindhard: Bürger sammeln Müll

Die kleinen und großen Helfer beim Schindharder Umwelttag mit dem gesammelten Unrat vor dem Dorfgemeinschaftshaus.
Die kleinen und großen Helfer beim Schindharder Umwelttag mit dem gesammelten Unrat vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Foto: Sven Gütermann

Am Samstag veranstaltete die Ortsgemeinde Schindhard nach einer mehrjährigen Pause wieder einen Umwelttag. Ziel der Aktion war die Säuberung des Gemeindeumfelds von achtlos weggeworfenem Unrat.

Der Zuspruch der Einwohner und der Motivationsgrad der Teilnehmer, darunter bemerkenswert viele Kinder, waren beachtlich. Die gemeinsam gemachte „Beute“ war fett und der Umwelttag dementsprechend erfolgreich – im Hinblick auf das Umweltbewusstsein der Menschen natürlich auch ernüchternd. Das hat das Engagement der eifrigen Helfer aber kein bisschen geschmälert.

Anhänger wird schnell voll

Gegen 9 Uhr hatten sich vor dem Dorfgemeinschaftshaus bei strahlendem Sonnenschein rund 20 Erwachsene und 15 Kinder versammelt, mit Greifzangen und Müllsäcken ausgestattet, um ehrenamtlich loszuziehen, dem weltweit zunehmenden Müllproblem zumindest auf lokaler Ebene etwas zu Leibe zu rücken. Nach der Begrüßung durch Ortsbürgermeister Tobias Herberg und der kurzen Besprechung des Ablaufs ging es zügig los. Und es sollte nicht lange dauern, bis die Säcke voll und der Anhänger des Gemeindetraktors, mit dem das unschöne „Fundmaterial“ der fleißigen Sammler abtransportiert wurde, gut bestückt waren.

Kaffeebecher, Kippen, Reifen, Geräte und mehr

Begangen wurden unter anderem der Fahrradweg in Richtung Dahn-Reichenbach, der Bereich um den Sportplatz und die Busenberger Straße, wo häufig Müll kurzerhand auf die seitlichen Grünstreifen und in die dahinterliegenden Hecken geworfen wird. Unter dem hier geborgenen Sammelgut befanden sich die mittlerweile fast überall anzutreffenden und immer mehr in der Kritik stehenden umweltschädlichen Einweg-Kaffeebecher, die sogenannten „Coffee-to-go“-Becher, die wie die hochgiftigen Zigarettenstummel erschreckend häufig aus fahrenden Autos fliegen und dementsprechend wohl treffender als „Coffee-to-throw“-Becher (Kaffee-Wurf-Becher) zu bezeichnen wären.

Ein weiterer neuralgischer Punkt ist der unmittelbar angrenzende Parkplatz zwischen Schindhard und Busenberg, der regelrecht als wilder Müllabladeplatz missbraucht wird. Gefunden wurden in diesem Bereich Autoreifen, Elektrogeräte, Glasflaschen, vollbepackte Müllsäcke, fast nagelneue Gummistiefel und die angerosteten Überbleibsel einer Kreidler Florett.

Erfolgreich, aber auch ernüchternd

Ein erfolgreicher, zugleich aber auch ein ernüchternder Streifzug. Das Positive daran: Bei den Leuten, die direkten Kontakt mit der Materie haben, kann sich ein Problembewusstsein entwickeln, und das sei, wie Ortschef Herberg mitteilte, eines der angestrebten Ziele gewesen. So konnten auch die Kinder, die sichtlich eine Menge Spaß hatten, etwas Wichtiges dazulernen.

Auftakt für jährliche Umwelttage

Bei der anschließenden Einweihung der im Frühjahr aufgestellten Sitzgruppe am alten Wasserreservoir hinter der Schindharder Kirche, wo sich dem Betrachter ein traumhafter Blick auf Schindhard und die umliegende malerische Wald- und Wiesenlandschaft bietet, fand die Aktion einen schönen Ausklang. Beim gemütlichen Beisammensein zeigte sich der Bürgermeister sehr zufrieden mit der regen Teilnahme, der positiven Resonanz und dem guten Miteinander. Auch über die große Bereitschaft der Mitwirkenden, bei weiteren Veranstaltungen dieser Art mitzumachen, war er hoch erfreut. Die rundum gelungene Aktion sollte nämlich keine einmalige Sache gewesen sein, sondern vielmehr den Auftakt für künftig jährliche Umwelttage bilden, bei denen auch weitere Helfer sehr willkommen sind.

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