Rheinpfalz
Schüler aus Partnerstadt Sombernon zum Austausch am Veldenz Gymnasium Lauterecken
Fremde Kulturen, Sprachen und Menschen kennenlernen – das stand für die Achtklässler des Veldenz Gymnasiums in der vergangenen Woche auf dem Programm. Schüler aus der französischen Partnerstadt Sombernon waren zu Gast und verbrachten fünf Tage in den deutschen Gastfamilien. Manchen gefiel es so gut, dass sie gar nicht mehr heim wollten.
Jennifer Mettel ist Deutsche, Zoéline Beneton Französin. Die beiden Mädchen sind sich erst vor wenigen Tagen zum ersten Mal begegnet, sind aber schon gute Freundinnen.
Seit über 30 Jahren werden solche Freundschaften im Rahmen eines Schüleraustauschprogramms am Veldenz Gymnasium Lauterecken gefördert. Erst in der vergangenen Woche waren Schüler des Collège Jacques Mercusot wieder in der Pfalz zu Besuch. Sie kamen aus Sombernon, der französischen Partnerstadt Lautereckens, und verbrachten fünf Tage in den deutschen Gastfamilien.
Mit 18 französischen und genauso vielen deutschen Schülern handele es sich in diesem Jahr um eine recht kleine Gruppe, erklärt Isabelle Motsch. Sie organisierte den Austausch und bereitete das Programm der Woche vor. Auf dem Plan standen unter anderem ein Besuch des Pirmasenser Dynamikums, die Tour durch eine Schokoladenfabrik und, was Zoéline Beneton am besten gefiel, Klettern in einem Kletterpark in Homburg.
Im Notfall Englisch
Jennifer und Zoéline besuchen beide die achte Klasse und lernen nun schon seit fast drei Jahren Französisch beziehungsweise Deutsch. Natürlich sind die Sprachkenntnisse da noch nicht perfekt ausgereift, aber den Mädchen scheint das nichts auszumachen. Im Notfall greifen sie auf Englisch zurück – was die danebenstehende Französisch-Lehrerin natürlich nicht gerne hört.
Bereits seit der siebten Klasse können sie ihre Fremdsprachenkenntnisse direkt anwenden, denn damals tauschten die Schülerinnen zum ersten Mal E-Mails aus. So lernten sie sich schon vor dem persönlichen Treffen näher kennen.
Wie viele ihrer Mitschüler sind die beiden froh, dass der Schüleraustausch stattfindet. Nicht nur das Erlernen der fremden Sprache ist so einfacher, auch das Finden neuer Freunde, die man sonst nie kennengelernt hätte, ist für Zoéline wichtig.
Deutsche Schulen weniger streng
Ein paar Unterschiede zwischen dem Leben in Deutschland und Frankreich sind den beiden Schülerinnen ebenfalls aufgefallen. Direkt kommt der jungen Französin der Unterschied zwischen den Schulsystemen der beiden Länder in den Sinn. Deutsche Schulen sind in den Augen des Mädchens weniger streng als französische.
Trotz ein paar Unterschieden haben die Schülerinnen eines gemeinsam: Beide wollen weiterhin in Kontakt bleiben. Im Januar nächsten Jahres werden die Lauterecker nach Sombernon reisen, um ihre Austauschpartner wiederzusehen und deren Familien kennenzulernen. Bis dahin schreiben sich Jennifer und Zoéline weiter E-Mails.
Die Trennung fällt schwer
Die französische Deutschlehrerin Chrystel Pons sagt, dass viele der Jugendlichen sich nach der gemeinsamen Woche nur schwer voneinander trennen können. Alle seien „ganz begeistert“ von dem Austauschprogramm und einige würden sich danach noch privat treffen. Gegen Ende der Woche sagte eine ihrer französischen Schülerinnen sogar, sie wolle in Deutschland wohnen und gar nicht mehr weg. Obwohl ein erneutes Wiedersehen schon nach einigen Monaten stattfinden wird, fließen so jedes Jahr aufs Neue immer wieder bittere Abschiedstränen.