Rheinpfalz Sauer auf die Steinbacher Dorfspitze: Henschtals Rat will mitreden beim Kindergartenanbau

Harsche Kritik übten Henschtals Gemeindevertreter am Vorgehen des Steinbacher Rates: Der hatte Ende Februar einen 800.000 Euro teuren Anbau ans Kindergartengebäude beschlossen, ohne Henschtals Ortsbürgermeister in die Planungen eingebunden zu haben.
Der Vorwurf, der in der Ratssitzung am Montag laut wurde, richtete sich hauptsächlich gegen Steinbachs Ortsbürgermeister Jörg Fehrentz. Der, sagte Henschtals Ortsbürgermeister Roger Decklar, habe ihn nur zu einer ersten Bestandsaufnahme im Januar eingeladen. Decklar fand klare Worte: „Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich den Beschluss von Steinbach morgens in der Zeitung las“. Henschtal werde auf keinen Fall einen solchen Schritt mitgehen, denn die Landesförderung sei völlig unklar. Nicht zu Ende diskutiert sei die Einrichtung einer Waldgruppe, die laut Decklar der Rat immer noch als eine Option favorisiert. Eine weitere Möglichkeit zur Vermeidung eines Anbaus sieht Henschtals Ortsbürgermeister durch den Wegfall der Realschule plus in Glan-Münchweiler. In den dort freiwerdenden Räumen könnte, so seine Überlegung, eine gemeindeübergreifende Einrichtung nur für Vorschulkinder entstehen.
2221 Euro Schulden pro Kopf
Den Jahresabschluss 2016 stellten die Gemeindevertreter einmütig fest. Das Minus betrug demnach 14.543 Euro, die Kassenkredite, mit denen die laufenden Ausgaben finanziert werden, lagen bei fast 151.000 Euro und die Investitionskredite bei knapp 700.000 Euro. Das ergibt mit Stand Ende 2016 eine rechnerische Pro-Kopf-Verschuldung von rund 2221 Euro. Nach Aussage von Ortsbürgermeister Decklar will die Gemeinde die Kassenkredite weiter abbauen: „Wir werden nur das machen, was notwendig ist“, sagte er in seinem Haushaltsresümee.
Wasserspielplatz kommt
Der Rat war sich einig, die aus der Dorfmoderation stammende Idee eines Wasserspielplatzes verwirklichen zu wollen. Laut Ortsbürgermeister sei als erster Schritt die Wasserqualität des Henschbachs entlang der Henschtalhalle von der Kreisverwaltung analysiert und als unbedenklich gewertet worden. Geplant sei, den Henschbach über einen abschüssigen Pfad für Kinder und Erwachsene erlebbar zu machen. Das Projekt soll über das Leaderprogramm bis zu 75 Prozent finanziert werden. Zahlen nannte Decklar nicht.
Fördergelder erhofft sich der Ortsbürgermeister auch für die Anschaffung eines Verpflegungsautomaten, der auf dem Gelände der Henschtalhalle aufgestellt werden soll. Der „Dorfomat“, wie ihn Decklar nennt, sei als Verpflegungsangebot für Wanderer des geplanten Wanderwegs „Jüdische Kultur“ gedacht. Zusätzlich sollen eine Schutzhütte sowie ein Grillplatz gebaut werden.