Rheinpfalz Saturn zeigt seine Ringe
Der Blick hinauf zu den Sternen fasziniert seit Jahrtausenden die Menschen. Auch wenn heute Superteleskope brillante Fotos von unendlich entfernt scheinenden Galaxien liefern können, ist das Erlebnis des persönlichen Entdeckens doch durch nichts zu ersetzen. Die „Pälzer Schdernegugger“ ließen am Samstag mit einer „Nacht der Sterne“ interessierte Laien an ihrer Begeisterung für die Astronomie teilhaben.
Eine geschlossene Wolkendecke verhüllt schon den ganzen Tag den Himmel. Schon wieder nichts, denken sich Armin Kühn und seine Mitstreiter, die sich schon lange auf diesen Tag freuen. Letzte Woche wollte man schon Besuchern unser Sonnensystem näherbringen. Mit einem informativen Spaziergang auf dem Planetenweg zwischen Hinterweidenthal und Dahn, den der aus einer AG des Dahner Otfried-von-Weißenburg-Gymnasiums entstandene Verein vor fast zehn Jahren aus der Taufe gehoben hat. Aber schon da machte Regen einen Strich durch die Rechnung. Doch dann die ersehnte Wendung: Plötzlich klart der Himmel auf, und die „Nacht der Sterne“ kann doch noch beginnen. Viele Besucher sind heute nicht gekommen, aber damit hat man auch nicht gerechnet, schließlich betritt man hier Neuland. Der Spaziergang startet beim Sandsteinmodell der Sonne an der B 427 in Höhe des Rohrwooges. Die Gruppe um Armin Kühn erwandert die maßstabsgetreu voneinander entfernten Planeten Merkur, Venus, Erde, passiert Mars und Jupiter und erreicht fast den Saturn, ehe es auf den Rückweg geht. Mittlerweile ist es dunkel geworden, von Minute zu Minute flackern neue Lichtpunkte am Himmel. Glühwürmchen und Grillen sorgen für einen romantischen Rahmen, lassen einen die Natur intensiv erleben. Kühn baut ein Stativ mit einem kleinen Spektiv auf. „Wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätten wir ein Teleskop mit 100-200 facher Vergrößerung mitgebracht. Aber es dauert eine Weile, bis das ausgerichtet ist.“ Dann eben nur 30fach. Das müsste reichen, um die Ringe um den Saturn zu erkennen. „Jetzt sind wir auf dem Stand der Astronomie um 1609“, erklärt er lachend, richtet das Spektiv aus und lässt die Teilnehmer hindurchspähen. „Ich seh ihn!“, „Phänomenal!“, „Fantastisch!“ – die Sternenbeobachter-Debutanten sind hin und weg. Weiter rechts der Jupiter, dessen Monde auch gerade so zu erkennen sind. Einen grandiosen Blick liefert der klare Himmel nach all den reinigenden Unwettern auch auf die Milchstraße, deren helles Zentrum deutlich zu sehen ist. „Wir werden weitere Veranstaltungen dieser Art anbieten“, verspricht Kühn nach diesem beeindruckenden Eintauchen in die Himmelserkundung, diesem ersten öffentlichen Auftritt der „Schdernegugger“ weitere folgen zu lassen. Ein regelmäßiger Blick auf die Homepage des Vereins unter www.paelzerschdernegugger.de oder in die Facebookpräsenz www.facebook.com/paelzerschdernegugger liefert allen Interessierten dazu aktuelle Hinweise. |mar