Rheinpfalz RV-Bank orientiert sich Richtung Vorderpfalz
Die Fusion unter den Genossenschaftsbanken geht weiter: Die Raiffeisen- und Volksbank Dahn eG, die Raiffeisenbank eG Herxheim und die Volks- und Raiffeisenbank Bank Südliche Weinstraße eG, Bad Bergzabern, wollen miteinander verschmelzen. Wenn alles nach Plan laufe, erklärte Bernd Lehmann, Vorstandssprecher der RV-Bank Dahn, auf Nachfrage, soll die Fusion bis zum Beginn des Geschäftsjahres 2017 vollzogen sein.
Die drei fusionswilligen Geldinstitute kündigten gestern in einer gemeinsamen Erklärung an, auf diese Weise zu einer „nachhaltigen, leistungsstarken, regionalen Bank im Landkreis Südliche Weinstraße und im Wasgau“ werden zu wollen. Das unverändert niedrige Zinsniveau, die fortschreitende Digitalisierung, die steigenden gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen sowie der sich verstärkende Wettbewerbs- und Kostendruck stellten Banken und ihre Kunden vor große Herausforderungen. Auf diese reagieren Genossenschaftsbanken derzeit, wie mehrfach berichtet, durch Verschmelzungen kleinerer Genossenschaftsbanken zu größeren Geldinstituten. Nach der Verschmelzung hätte die Genossenschaftsbank, zu der die Dahner und die Herxheimer Bank sowie die Bank aus Bad Bergzabern fusionieren wollen, eine Bilanzsumme von 1,2 Milliarden Euro und 300 Mitarbeiter. Was den künftigen Sitz der zu gründenden Genossenschaftsbank und auch den Namen des geplanten Geldinstituts betrifft, könne noch nichts gesagt werden, erklärte Lehmann. Die Gespräche auf Ebene der Bankenvorstände und Aufsichtsräte seien in der Anfangsphase. Getroffen worden sei der Grundsatzbeschluss, fusionieren zu wollen. Details, was beispielsweise die Besetzung des künftigen Vorstandes anbelangt, mögliche Arbeitsplatzgarantien für die Mitarbeiter, die Struktur des Filialnetzes, mögliche Veränderungen bei den Kontendaten und vieles mehr, würden jetzt in den Gesprächen geklärt. Sind die Details geklärt, müssen die Vertreter der drei fusionsbereiten Banken der geplanten Verschmelzung jeweils zustimmen. Die drei „erfolgreichen und kerngesunden“ Genossenschaftsbanken wollten ihre Kräfte bündeln, um aus der Position der Stärke heraus auf diese Veränderungen zu reagieren und die Zukunftsfähigkeit sicherzustellen, heißt es in der Mitteilung zur weiteren Begründung der Fusion, zu der unter anderem die Bankenaufsicht Bafin den kleineren Banken rät. „An unserer regionalen Verankerung sowie an der Nähe zu unseren Mitgliedern und Kunden wird sich nichts ändern, sie wird im Gegenteil noch intensiver. Nach der geplanten Verschmelzung können wir unseren Mitgliedern und Kunden eine noch höhere Qualität im Hinblick auf das Angebot an Bankgeschäften und Finanzdienstleistungen bieten und die persönliche Kundenbeziehung vor Ort noch weiter ausbauen“, sagt Marco Kern, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Südliche Weinstraße. Die RV-Bank Dahn bringt beispielsweise das folgende Geschäftsstellennetz mit in die Fusionsgespräche ein: In Dahn gibt es neben der Hauptfiliale eine rein auf den Selbstbedienungsbetrieb ausgelegte Geschäftsstelle. Dazu kommen Filialen in Hinterweidenthal, Bundenthal (Unteres Sauertal), Fischbach, Busenberg und Hauenstein. Die Vorstände und Aufsichtsräte der drei Banken hätten jeweils einstimmig die offizielle Aufnahme von Verschmelzungsgesprächen beschlossen. „Unsere Sondierungsgespräche im Vorfeld ergaben, dass eine solche Verschmelzung der richtige strategische Schritt mit den richtigen Partnern zur richtigen Zeit ist und sich hieraus ein effizientes Geschäftsmodell der Zukunft ergibt. Die Leistungsfähigkeit und Qualität der neuen Bank wird nachhaltig auf einem hohen Niveau ausgebaut“, so Lehmann. Eine Verschmelzung biete die Chance für ein nachhaltiges Wachstum verbunden mit dem Potenzial, den Ertrag zu optimieren. „Wir können so dem zunehmenden Wettbewerbsdruck durch eine kundenbedarfsorientierte Marktbearbeitung mit verbesserter Wettbewerbsfähigkeit und eigener Stärke begegnen. Hierdurch ergeben sich Synergien, beispielsweise bei der Zusammenlegung der IT-Systeme. Auch für die Mitarbeiter bedeutet der Zusammenschluss in einer wirtschaftlich starken Region die Eröffnung neuer Chancen und Perspektiven“, teilte Theofried Schmidbauer, Vorstandssprecher der Herxheimer Raiffeisenbank, mit. (add/Archivfoto: Keller)