Rheinpfalz Rund 100 Jahre Motorradgeschichte unterwegs
Die 25. Auflage der diesjährigen Veteranen-Rundfahrt am Samstag hat alles geboten, was sich Oldtimerliebhaber auf zwei und drei Rädern wünschen: Herrliche Landschaft, eine nostalgische Rundfahrt unter Gleichgesinnten mit rund 100 Jahren Motorradgeschichte, weidende Kühe und Pferde, sogar Störche am Wegesrand. Dazu gab es aber auch unerwünschte Nebenbedingungen: Streckenweise prasselte wolkenbruchartiger Regen auf die Teilnehmer hernieder.
„Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung“, stellte der Fahrtleiter vom ausrichtenden Verein, dem MSC Supero, vor dem Start kurz vor 10 Uhr fest. Obwohl sich Petrus launisch zeigte mit einem Wechsel von Sonne und Regen, tourten 77 Motorradfreunde durch den Pfälzerwald, darunter erstmals 14 Mofas, mit etwa anderthalb Pferdestärken und 50 Kubik. „Ihr seid auf einem verkürzten Kurs unterwegs“, erklärte Schlicher. Während die besser motorisierten Motorräder und Gespanne auf den 95 Kilometer langen Rundkurs gingen, hatten die Mofas und Mopeds „nur“ 60 Kilometer zu absolvieren. „Es hat einfach alles gepasst, die Teilnehmer kamen fast zeitgleich an und bis auf zwei motorbedingte Pannen kamen alle ins Ziel“, freute sich Schlicher am Ende. Ein Mofa, Baujahr 1914, knatterte souverän vom Start bis ins Ziel. Der Regenkombi gehörte zwar zur Grundausstattung, aber die allermeisten entkamen dem Regen knapp. Als es gegen 12.30 Uhr in Dahn wie aus Kübeln schüttete, blieben die meisten Teilnehmer, die sich bei Hinterweidenthal aufhielten, fast trocken. Ein Novum gelang dem Dahner Markus Zwick, der mit seiner Zündapp Super Combinette, Baujahr 1960, gemeinsam mit seiner Ehefrau Michaela, die auf einer 1985-er Puch X30 Turbo saß, unterwegs war. Gleich bei seiner Veteranen-Rundfahrt-Premiere gelang ihm der Klassen- und Tagessieg bei den Messprüfungen im Hinterweidenthaler Gewerbegebiet. Hier geht es darum, Abstände möglichst genau einzuschätzen. Keiner war besser an diesem launischen Samstagvormittag. Glück im Unglück hatte Michael Hahn mit seinem Sohn Marcel. Gemeinsam tourte das Vater-Sohn-Gespann nicht mit einem Oldtimermotorrad, sondern mit einem modernen Auto durch die Pfalz. Sie kamen bis zum Heidelbingerhof, bevor ihr Auto schlapp machte. „Wir nutzen die Gelegenheit, ein paar Fotos von den Oldtimermotorrädern zu machen, bis der ADAC kommt“, sagten die beiden recht entspannt. Derweil hieß es für Michele und Michael Knoll aus Hinterweidenthal: Starterliste mit den vorbeifahrenden Motorrädern vergleichen. Sie betreuten die Durchfahrtskontrolle. Am frühen Nachmittag hieß es abbauen, nachdem alle Teilnehmer passierten und in Richtung Dahn knatterten.