Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Rodalben: Neue Prinzessin auf dem Thron der Narretei

Die neue Tollität Anna-Lisa Wagner wird am Freitagabend gekrönt.
Die neue Tollität Anna-Lisa Wagner wird am Freitagabend gekrönt. Foto: Heinen

Der Traum, einmal Prinzessin zu sein und wenn auch nur auf dem Thron der Narretei, geht für Anna-Lisa Wagner aus Rodalben ausgerechnet im 11. Jahr ihrer Mitgliedschaft beim Rodalber Carnevalsverein (RCV) in Erfüllung, einem kleinen närrischen Jubiläum.

Im ersten Quartal des Jahres erwarb sie das Abiturzeugnis an die IGS Waldfischbach-Burgalben. Beruflich strebt sie das Ziel einer Verwaltungsfachangestellten an, möglichst bei einer Verwaltung in der Südwestpfalz, in Pirmasens oder Zweibrücken, es könnte auch eine Stelle bei der Bundeswehr sein. Bis die Ausbildung beginnt, überbrückt sie die Zeit als Kurierfahrerin für ein Labor und im Service der Gaststätte „Zur Alten Post“ in Rodalben.

Krönung am Freitag

Beworben hatte sich die 19-Jährige für das Amt der Fastnachts-Hoheit ein paar Tage vor Aschermittwoch, die erhoffte Nachricht, dass die Wahl auf sie fällt, traf Ende Juni ein. „Ich habe mich riesig gefreut“, sagt die Tollität der Session 2019/20. Jetzt, da die Krönung bevorsteht und sie ihr Amt antritt, nimmt trotz aller Freude aber die Nervosität zu. Inthronisiert und mit Mantel, Zepter sowie Krone als den Insignien der Macht ausgestattet wird Anna-Lisa I. am heutigen Freitag, 8. November, 20.11 Uhr, beim „Bänkelowend“ im Saal „Peterhof“. Diese Veranstaltung hat Tradition in Rodalben. Sie stimmt mit fastnachtlichem Vorgeplänkel auf die närrische Jahreszeit ein, einem Programm aus Gardetänzen, Stimmungsliedern und kurzen Auftritten in der Bütt.

Bei „Bambinis“ angefangen

In den Reihen der „Bambinis“, der kleinsten Garde- Tänzerinnen, wurde Anna-Lisa I. aktiv beim RCV, rückte in die Mittelgarde und in die Garde der Großen auf, half von da an auch bei Festen beim Auf- und Abbau. Aus der Familie war sie das erste RCV-Mitglied. Später schloss sich Mutter Margit der Schautanzgruppe an, der Vater blieb als Helfer im Hintergrund.

Stress, aber „tolle Momente“

Ganz vorne beim RCV nimmt die neue Tollität hingegen in den nächsten Wochen den ihr gebührenden Platz ein. Sie ahnt schon, dass da „ein wenig Stress“ auf sie zukommt. Als erste Termine fallen ihr ein: Rinnthal, Waldfischbach-Burgalben, Kaiserslautern, Lambertsweiler . Dabei, ist sie sich sicher, wird sie auch „tolle Momente“ erleben. Bei welchen Auftritten sie den RCV immer begleitet, will sie ihre Heimatstadt würdig vertreten, „Pflicht und Kür voll und ganz“ erfüllen.

Eine echte Frohnatur

Die Fastnacht entspricht nach ihren eigenen Worten ihrem Naturell. Anna-Lisa Wagner lacht gerne und mag es hin und wieder, „ein wenig durchgeknallt“ zu sein. „Gute Laune“ schätzt sie sehr, am liebsten im geselligen Kreis mit Freunden, die „nicht alles gleich ernst nehmen“. Die Fastnacht sieht sie als Angebot, fröhlich zu sein, aber sie verweist auch auf die gesellschaftskritische Bedeutung der Fastnacht. Eröffnet die Fastnacht doch Gelegenheiten, „auf humorvolle Art kritische Wahrheiten zu sagen“. Geschieht dies, wird eine Prunksitzung „spannend“ und ein Umzug gewinnt durch seine Botschaften an Substanz.

Als Hobby nennt die Rodalber Tollität vor allem das Wandern auf dem Felsenwanderweg. Oftmals schließen sich dabei ihr Freund aus Münchweiler und dessen Hund an.

Die Kampagne startet

Am Freitag, 8. November, 20.11 Uhr, eröffnet der Rodalber Carnevalsverein die neue Session mit seinem traditionellen „Blänkelowend“ im „Peterhof“. Höhepunkte des Abends sind die Verabschiedung der letztjährigen Fastnachts-Hoheit Michelle und die Inthronisierung der neuen Rodalber Tollität.

Kaum im Amt, ruft am Tag darauf, Samstag, 9. November, schon die Pflicht, ist doch beim „Sturm auf das Rathaus“ die Regierungsproklamation zu verkünden. Wie in den letzten Jahren wollen die Fastnachter mit Unterstützung von Prominenz aus befreundeten Vereinen und der Rodalber Hexen die Macht im Rathaus übernehmen. Es wird erwartet, dass der Bürgermeister den Stadtschlüssel sowie die Stadtkasse abgibt und sie der Narretei bis zum Aschermittwoch überlässt. Vorbei ist die Fastnacht erst dann wieder, wenn sie in bekannter Manier am Rodalbufer zu Grabe getragen wird.

x