Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Rodalben: Chor aus Vorderpfalz seit 25 Jahren zu Gast im Hilschberghaus

Fast 30 Sänger aus Landau und Godramstein sind seit 25 Jahren Stammgäste zum Üben und Entspannen im Hilschberghaus. Hans- Jürgen
Fast 30 Sänger aus Landau und Godramstein sind seit 25 Jahren Stammgäste zum Üben und Entspannen im Hilschberghaus. Hans- Jürgen Michel und Sieglinde Frank vom PWV Rodalben (Zweiter und Dritte von links) konnten die Gäste am Wochenende wieder begrüßen. Foto: Heinen

Sportler fahren ins Trainingslager, doch auch Sänger müssen hin und wieder intensiv an ihren Fertigkeiten arbeiten. Eine Sangesgemeinschaft aus Landau und Godramstein tut das seit 25 Jahren im Rodalber Hilschberghaus. In diesem Jahr gesellte sich erstmals der neue Rodalber Stadtbürgermeister Claus Schäfer hinzu. Der verriet, was ihn Besonderes mit Godramstein verbindet.

Die seit fünf Jahren vereinten 28 Sänger der Gemeinschaft aus dem Chor „Pfälzer Klang Landau“ (um den Vorsitzenden Stefan Staudter) und dem Männergesangverein Godramstein (um den Vorsitzenden Dieter Willhelm) freuten sich darüber, dass Rodalbens Stadtbürgermeister Claus Schäfer den Freitagabend mit ihnen verbrachte und den Chor verstärkte. Für drei Tage hatten sie sich am Wochenende wieder einquartiert im Hilschberghaus, die Gäste aus der Vorderpfalz.

„Euer Bürgermeister kann fast alle Lieder mitsingen“, sagte Dirigent Bernhard Rudy, promovierter Chemiker mit Vorliebe für Musik, verwundert. Am nächsten Abend sollten sie Schäfer als leidenschaftlichen Trompeter erleben. Sein Trompetenspiel, das in der Gemeinschaft der Rodalber „Hexen-Spaßkapelle“ ebenso gelingt wie in der Gruppe des Posaunenchors Donsieders beim St.-Martins-Umzug fügte sich jetzt erstmals in einen Chorgesang ein. Das musikalische Stelldichein bedeutete der Sangesgemeinschaft mehr als die Gastgeschenke. Schäfer hatte das Wappenschild der Stadt aus Glas mitgebracht und dazu für jeden eine Flasche roten „Turmwein“, den PWV-Hauswein.

Stelldichein unter den Mammutbäumen

In der gemeinsamen Runde stellte sich bald die besondere Beziehung Schäfers zu der Ortschaft Godramstein heraus. Claus und Yvonne Schäfer, der Rodalber und die junge Frau aus Pforzheim, hatten sich in der Kennenlern-Zeit Godramstein als zentral gelegenen Treffpunkt ausgesucht. Ihr Lieblingsplatz soll dort „unter den Mammutbäumen“ gewesen sein. Geschichten wie diese prägen sich ein. Peter Keßler, mit 84 Jahren der Älteste im Chor, seit 70 Jahren Sänger, weiß aus den vielen Aufenthalten in Rodalben Etliches zu erzählen. Mühsam sei der Weg vom Bahnhof ins Hilschberghaus im tiefen Winter in der Anfangszeit gewesen, bei Glatteis unmöglich, „ohne auf den Hosenboden“ zu fallen. Auftritte habe der Godramsteiner Chor Mitte der 90er Jahren noch auf dem Rodalber Weihnachtsmarkt gehabt, ehe das Gesangsseminar um eine Woche vorverlegt wurde. Mehr als einmal sei der Chor zu Geburtstagsfeiern im Hilschberghaus hinzugekommen. Spontan hätten die Sänger ein paar Lieder beigesteuert und seien prompt zur Feier eingeladen worden.

Vom Saufelsen die Stadt gegrüßt

Ganz ohne Auftritt lassen die Sänger die drei Rodalb-Tage aber nie vergehen. In der Mittagspause werde eine kurze Strecke auf dem Felsenwanderweg gewandert, meist bis zum Saufelsen, den der Chor dann über die Holztreppe erklimmt, um von ganz oben ein paar Lieder in die Stadt zu schicken, Lieder wie „Oh Pfälzer Land“ und „Aus der Traube in die Tonne“. Den Felsenwanderweg erkundeten Chormitglieder auch privat, zudem seien hier öfter Wandergruppen aus der Nachbarschaft unterwegs.

Natürlich geht es dem Chor beim Aufenthalt im Hilschberghaus vor allem um das Gesangstraining, wofür die Waldklause den idealen Proberaum biete. Ungestört könne hier geübt werden, um die Akustik sei es bestens bestellt, hieß es. „Sechs Stunden konzentriertes Singen am Tag, das ist harte Arbeit“, sagte der Chorleiter. Dafür sei „ein gigantisches Weiterkommen“ zu erreichen. Konkret bereitete sich der Chor an diesem Wochenende auf sein Weihnachtskonzert und den Auftritt beim Frühjahrsempfang in Landau vor.

Rollbraten für die Stammgäste

Für die Anstrengung entschädige die „großartige Natur“ um das Hilschberghaus und die saubere, frische Waldluft in Rodalben, so Dieter Willhelm. Zudem trägt der Pfälzerwald-Verein mit seiner Gastfreundschaft seinen Teil zur Erholung bei. Wie vom Vorsitzenden Hans-Jürgen Michel und Günter Breiner zu erfahren war, wurde zur Begrüßung der Stammgäste eine Mahlzeit aufgetischt, die noch nie auf der Speisekarte des Hauses stand: Es gab Rollbraten, Knödel und Rotkraut.

Einige Sänger von der Wollmesheimer Höhe und aus Godramstein konnten jetzt die neuen Turmzimmer belegen, die sie lobten. „Die Zimmer sind fantastisch“, sagte der nach wie vor für die Organisation zuständige Peter Keßler, „deshalb haben wir gleich wieder für das nächste Jahr gebucht“.

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