Landau
Nach Insolvenzverfahren: Pfälzer Maschinenbauer atmet auf
Es ist ein beeindruckender Weg, den die Firma Braun Maschinenbau über die vergangenen Jahrzehnte gegangen ist. Im Jahr 1958 begann die Geschichte des Unternehmens in einer alten Schmiede in Burrweiler. Stefan Braun senior übernahm diese damals mit dem Ziel, ein modernes Unternehmen aufzubauen. Den Grundstein dafür, dass dies auch erreicht wurde, legte Braun im Jahr 1965 mit der Entwicklung des Traubentransporters. Es folgten zahlreiche weitere Erfindungen von Maschinen, die den Wein- und Obstanbau voranbringen, der Umzug nach Landau und ein rasanter Aufstieg bis zum Global Player. Im vergangenen Jahr wurde die Erfolgsstory allerdings jäh ausgebremst: Braun Maschinenbau musste beim Amtsgericht Landau ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragen.
Als einen der Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nannte Stefan Braun junior, der 1994 in den Betrieb einstieg und heute Geschäftsführer ist, die Zulassungsverlängerung der EU für das Pestizid Glyphosat. Dessen Einsatz möchte Braun mit seinen Geräten eigentlich unnötig machen. Viele Winzer verzichteten allerdings auf Investitionen in mechanische Lösungen und setzten stattdessen weiter auf die chemische Unkrautbekämpfung. Ein weiterer Schlag ins Braunsche Kontor ist der seit Jahren festzustellende Rückgang des Weinkonsums sowohl in Europa als auch in Übersee.
Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten
So hart der Einschnitt im Vorjahr auch war: Für Stefan Braun war Aufgeben keine Option. Rechtsanwalt Jens Lieser von der gleichnamigen Kanzlei, der im Verfahren als einer von zwei Generalhandlungsbevollmächtigten agierte, zeigte sich zuversichtlich, dass die Sanierung gelingen wird. Jetzt ist klar: Die Hoffnung war nicht vergebens.
„Die Braun Maschinenbau GmbH hat ihre Sanierung in Eigenverwaltung erfolgreich abgeschlossen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Unternehmens und der Kanzlei Lieser Rechtsanwälte. „Nachdem die Gläubiger dem Insolvenzplan zugestimmt hatten, hat das Amtsgericht Landau das Eigenverwaltungsverfahren aufgehoben.“ Damit sei der Weg für den Neustart des Familienunternehmens frei.
„Die vergangenen Monate waren für unser Unternehmen, unsere Mitarbeiter und unsere Partner eine große Herausforderung. Umso mehr freue ich mich, dass wir gemeinsam eine nachhaltige Lösung erreicht haben. Jetzt können wir unseren Blick wieder vollständig nach vorne richten“, wird Stefan Braun zitiert. Die Freude über die Rettung dürfte nicht nur beim Geschäftsführer, sondern auch bei der Belegschaft groß sein. Dort wird es nämlich keine Einschnitte geben. „Ein zentrales Ziel der Sanierung war der Erhalt des Unternehmens und seiner Belegschaft. Dieses Ziel wurde erreicht: Alle rund 40 Arbeitsplätze bleiben bestehen“, heißt es in der Mitteilung.