Rheinpfalz Realschule plus in Wallhalben soll auslaufen

Die Hälfte seiner Investitionen will der Landkreis Südwestpfalz im kommenden Jahr für die weiterführenden Schulen und Bauzuschüsse an die Kindergärten ausgeben. Nicht dabei ist die Realschule plus in Wallhalben: Die Schulbehörde in Neustadt beabsichtigt, ab dem Schuljahr 2015/16 dort keine neuen Klassen mehr zu bilden und die Schule sukzessive auslaufen zu lassen. Ein Fragezeichen gibt es bei den Investitionen für die IGS Contwig, weil noch nicht sicher ist, ob die Oberstufe eingerichtet werden kann.
Erst Ende Februar liegen die endgültigen Anmeldezahlen vor. Es bedarf mindestens 51 Schülern, die einen bestimmten Notenschnitt erreichen müssen, um mit zwei Klassen in die neue Oberstufe starten zu können. Auch in den Folgejahren müssen bestimmte Zahlen erreicht werden, sagte Landrat Hans Jörg Duppré gestern bei der Haushaltspressekonferenz. Davon hängt ab, welches Konzept für den Ausbau des Standorts Contwig zum Zuge kommt. Gibt es keine Oberstufe, wird im Altbau anders umgebaut und der Neubau gerät nicht so lang. Gesamtschulalternativen werde es definitiv weder in Zweibrücken noch in Pirmasens geben, sagte Duppré mit Verweis auf die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. „Außer Wallhalben wackelt bei uns keine weiterührende Schule“, ist sich der Landrat fürs Erste sicher. Er erwartet, dass der Kreistag – der Kreis ist der Schulträger – am kommenden Montag der Aufhebung der Realschule plus zustimmen wird. Zurzeit werden dort 107 Schüler von Klassen fünf bis zehn unterrichtet, bis auf die neunte Klasse alle einzügig – sozusagen das Todesurteil für die Einrichtung. Nicht geklärt sei, wo die nachfolgenden Schüler unterkommen werden; eventuell könnte in der eigentlich vollen IGS Thaleischweiler dann ausnahmsweise eine fünfte fünfte Klasse gebildet werden. Die nächste Realschule plus im Kreis befindet sich in Rodalben. Sicher ist, dass alle Schüler, die die Realschule plus in Wallhalben zurzeit besuchen, dort auch noch ihren Abschluss machen können. Was anschließend mit den Gebäude geschieht, ist unklar; der Kreis werde es zunächst der Verbandsgemeinde anbieten, wenngleich die danebenliegende Grundschule es kaum benötigen wird. Die Schulbehörde sieht für den Weiterbestand der Realschule plus in Wallhalben weder ein schulisches Bedürfnis noch „siedlungsstrukturelle“ Gründe, so wie sie für die Realschule plus in Vinningen aufgrund ihrer dünn besiedelten Grenzlage gelten. Hier hat sich die geforderte Zweizügigkeit ebenso eingependelt wie die Dreizügigkeit in Hauenstein, wo mittlerweile über ein Drittel der Schüler aus dem Kreis Südliche Weinstraße kommen. Rund 70 Schüler und damit fast ein Drittel der gut 220 Schüler in der Realschule plus in Rodalben reisen jeden Tag aus Pirmasens an, und dennoch kommt die Schule nur auf eine schwache Zweizügigkeit. Für die IGS Waldfischbach-Burgalben sieht Duppré den Start der Oberstufe im kommenden Schuljahr so gut wie erreicht. Mit Blick auch auf die drei Berufsbildenden Schulen in Rodalben, Pirmasens und Zweibrücken sowie die Fachoberschule in Dahn hält er aber insgesamt unheilvoll fest: „Die Schullandschaft wird nicht so bleiben, wie sie ist.“ Der Kreis hat, seit er die weiterführenden Schulen von den Verbandsgemeinden vor sechs Jahren übernahm, nach einer Übersicht von Kreiskämmerin Elisabeth Hüther 30 Millionen Euro in Bau und Unterhaltung gesteckt; bis 2018 sollen weitere 20 Millionen hinzukommen, etwa für die energetische Sanierung des Gebäudes in Vinningen oder neue Fenster in Waldfischbach. (ow)