Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein-Miesenbach: Das Gesicht der Haustechnik im CCR ist im Ruhestand

Udo Bock vor seiner alten und gerade wieder neuen Wirkungsstätte, die früher als Haus des Bürgers bekannt war.
Udo Bock vor seiner alten und gerade wieder neuen Wirkungsstätte, die früher als Haus des Bürgers bekannt war. Foto: VIEW

Er hat seinen Job immer sehr gern gemacht: Udo Bock war viele Jahre im Congress Center Ramstein (CCR) Haustechniker. Nun wurde der 63-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Doch so wirklich ruhig sein kann er nicht.

„Ich bin ja keiner, der gerne im Rampenlicht steht.“ Bescheiden antwortet Udo Bock auf die Anfrage der RHEINPFALZ zu einem Interview. „Ich habe meine Arbeit immer gerne gemacht und hätte vielleicht auch noch länger gearbeitet“, doch bedingt durch „die Belastung der extrem langen Arbeitszeiten bin ich nun schon mit 63 Jahren gegangen. Es war einfach zu viel.“

Viele Leute dächten, dass ein Hausmeister einen eher lockeren Job versehe. „Was sie mitbekommen ist die Zeit, in der eine Veranstaltung läuft. Da hat man als Hausmeister die Aufsicht und ist nicht groß aktiv, sondern steht oft auch nur herum. Natürlich muss man bereit sein, wenn irgendwo etwas fehlt oder nicht läuft.“ Die oft aufwendigen Vorbereitungen bekomme ja niemand mit. „Während nach der Veranstaltung die Gäste bereits wieder gemütlich Zuhause im Bett liegen, sind wir immer noch auf den Beinen.“ Bock betont: „Ich habe meine Arbeit immer gerne gemacht und versucht, alles, was möglich war, zu tun“.

Bis zum Ende gucken geht nicht

Hilfsbereitschaft sei bei ihm groß geschrieben worden. „Ich habe nicht viele Veranstaltungen ganz gesehen. Es sei denn, ich saß in der Regie und habe die Tontechnik gemacht.“

Vielfältig war sein Einsatzgebiet. Haustechniker, nicht Hausmeister, sei eigentlich die richtige Bezeichnung für seine Arbeit im CCR. Der gebürtige Weltersbacher war nach seiner Ausbildung zum Elektromechaniker 25 Jahre bei einem Unternehmen in Landstuhl tätig. 1995 wechselte er zur Firma Bosch nach Homburg, und zum 1. Januar 2002 trat er schließlich die Nachfolge des früheren Hausmeisters Gregor Werner im damaligen „Haus des Bürgers“ in Ramstein an.

Hunderte von Veranstaltungen hat er in den knapp 18 Jahren seiner Tätigkeit begleitet. Ein „Das kann ich nicht“ oder „Das will ich nicht“ habe es bei ihm nicht gegeben. „Nicht verzagen, Udo fragen“, galt nicht nur im Beruf für ihn als Losung. „So habe ich auch meinen Nachfolger, Markus Pagel, angelernt.“

Endlich gemeinsam frühstücken

Udo Bock wohnt mit seiner Frau Waltraud wenige hundert Meter vom CCR entfernt. Natürlich war er auch durch die räumliche Nähe stets verfügbar. „Meine Frau und ich haben uns früher nicht viel gesehen. Ich bin oft schnell zum Duschen oder um einen Happen zu essen, kurz vorbeigekommen.“

Stolz berichtet Udo Bock, dass das Paar bereits mehr als 40 Ehejahre verbinden. „Wir fühlen uns im Moment pudelwohl.“ Besonders genießen könnten sie jetzt ein ausgiebiges Frühstück miteinander. „Das hat es bei uns früher so nie gegeben.“ Vor allem auch nun endlich gemeinsame Zeit an den Wochenenden zu haben, sei etwas besonders Schönes.

„Bin ein Unruheherd“

Drei Enkel machen ihm den größten Spaß, sagt der Opa. Doch Ruhestand ist nicht die passende Vokabel für Udo Bock. „Ich bin ein Unruheherd. Ich kann nicht den ganzen Tag zu Hause sitzen.“ Deswegen helfe er dreimal pro Woche dem Schwiegersohn in dessen Elektroinstallationsfirma. Ein größerer Umbau im CCR bringt ihn auf diesem Umweg derzeit wieder an seine alte Arbeitsstelle zurück. Besonders gefreut hat er sich über einen freundlichen Empfang durch die ehemaligen Kollegen.

x