Rheinpfalz Rückkehr des Weins

Hassloch. Seit 2008 wird in Haßloch nach jahrzehntelanger Unterbrechung wieder Wein angebaut. Ein Weinfest darf da in einem pfälzischen Dorf natürlich nicht fehlen. Am Wochenende steigen auf dem Jahnplatz drei Tage lang die „Leisböhler Weintage“.
Seit fast 1250 Jahren ist der Weinbau in Haßloch verbürgt: Erstmals urkundlich erwähnt wird Haßloch als weinbautreibende Gemeinde im Jahre 773 in den „Weißenburger Urbaren“. Dort steht, dass die 60 Hübner – also unfreie Bauern – des Dorfes dem Kloster pro Jahr zehn Wagen Wein zu liefern hatten. Zeitweise hatte der Weinbau in Haßloch sogar eine große Bedeutung. Doch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ging es mit dem Weinanbau zu Ende. Die letzten Winzer gaben aus Altersgründen ihren Betrieb auf, die Rebflächen wurden an Winzer aus anderen Orten verpachtet. Jahrzehntelang gab es keine Haßlocher Einzellage mehr: Der Wein von Haßlocher Gemarkung wurde unter dem Namen „Deidesheimer Hofstück“ verkauft. Das blieb so bis zum September 2007. Auf Einladung der Landwirtschaftskammer fand damals eine Besprechung mit den Bewirtschaftern der betroffenen Flächen, der Gemeinde und der Bauern- und Winzerschaft statt. Und nachdem Mainz grünes Licht für den Weinanbau auf der 23,5 Hektar großen Fläche südlich der Autobahn, nahe der Gemarkungsgrenze zu Meckenheim, gegeben hatte, durfte sich Haßloch wieder ganz offiziell „Weinbaugemeinde“ nennen. Ausgeschenkt werden bei den „Leisböhler Weintagen“ die Weine aus der namensgebenden Lage. Eröffnet wird das Fest am Freitag um 17 Uhr. Am Samstag sind die Ausschankstellen von 17 bis 0.30 Uhr geöffnet, am Sonntag von 11 bis 21 Uhr. (guh)