Rheinpfalz Premieren für Südwestpfälzer Schuhe

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Auf der Schuhmesse GDS sind sie noch Neulinge, in der Fachwelt dennoch schon lange bekannt: Der Schuhfachmann und Unternehmer Klaus Weber aus Rodalben, und der selbstständige Handelsvertreter Norbert Radtke aus Dahn, der schon seit 46 Jahren für Schuhe unterwegs ist, etwa für „Däumling“-Kinderschuhe und die früheren Delta-Schuhe (Pirmasens). Gemeinsam arbeiten sie jetzt an einem Herzens-Projekt: der Wiederbelebung der Marke Zebra. Denn diese Kinderschuh-Marke hatten Klaus Webers Großvater Wilhelm und dessen Bruder Hermann in Rodalben nach dem Krieg gegründet; dort wurde auch produziert, bis das Unternehmen Zebra Weber in den 90er Jahren geschlossen wurde. Klaus Weber hat Schuhfabrikluft schon früh eingeatmet – er sei, sagt der 53-Jährige und lacht, „im Schuhkarton geboren“ worden. So hat auch der Enkel der Gründer seinen Schuhtechniker gemacht, dazu den Industriekaufmann, und in der Industrie reichlich Erfahrung gesammelt: bei der früheren Schuh-Union ebenso wie bei Lurchi-Schuhen unter Salamander-Regie. Zuletzt produzierte er auf Lizenzbasis Gabor-Kinderschuhe, die zum Jahreswechsel allerdings eingestellt wurden. Dies war für ihn Anstoß, die alte Familienmarke neu zu beleben – eine Idee, die er schon länger mit sich herumgetragen hatte. Voriges Jahr startete er mit seinem Einzelunternehmen Zebra Schuhe Weber in Rodalben, entwickelte die erste Kollektion für Kinder und Jugendliche der Größe 25 bis 41, die bei der Sommer-GDS Premiere feierte. Produziert werden die Schuhe in Indonesien, wo zuvor auch schon Gabor-Schuhe entstanden waren. Den Anfang machten 8000 Paar, 12- bis 15.000 Paar sind für Weber ein mittelfristiges Ziel. Eine klare Marke für den Handelsspezialisten Radtke, der sich auch mit Ende 60 nicht so schnell zur Ruhe setzen mag. Im Wald herumzulaufen, winkt er belustigt ab, wäre nichts für ihn. Sie gibt es schon seit 1937: die Kinderschuhfabrik Hermann Meyer GmbH 1937 in Dahn, die in Bruchweiler und Mazedonien Kinderschuhe der Marke „Däumling“ herstellt und gerade eine neue Bio-Linie vorstellt. Schon bisher sei bei ihren Schuhen das Innenleder chromfrei und die Einlegesohle pflanzlich gegerbt, erklärt Bernd Weinspach aus der Geschäftsleitung Entwicklung und Design. Jetzt sei auch das Außenleder chromfrei gegerbt, dazu die Sohle aus reinem Naturgummi. Ab Juli sollen die neuen „Bio Line by Däumling“ in die Geschäfte kommen. Den Anstoß dazu, beim Leder komplett auf Chromgerbung zu verzichten – unter gewissen Umständen kann gesundheitsschädliches Chrom später noch freigesetzt werden – habe auch eine erfreuliche Entwicklung des zurückliegenden Jahres gegeben, erläutert Weinspach: Ihre hochwertigsten Schuhe seien am besten gelaufen. Insgesamt seien sie mit der Entwicklung 2015 zufrieden, trotz eines vorübergehenden Problems mit einem Reissverschlusssystem eines Lieferanten. Der Familienbetrieb beschäftigt in Dahn und Bruchweiler 88 Menschen. In einem neuem Gewand präsentiert sich die Traditionsmarke „Waldläufer“ der Schwanheimer Lugina Schuhfabrik GmbH: mit einem moderneren Markenauftritt und mit einer neuen Kollektion der bequemen Damen- und Herrenschuhe für die kommende Herbst- und Winter-Saison 2016/17. Es sei ein fließender Übergang, beschreibt Sylvia Klemens, Leiterin der Kollektionsentwicklung und zuständig für große Kunden /Key-Accounts), die Veränderung. Das heißt: Das klassische Konzept des Komfortschuhs mit Wechselfußbett und Mehrweiten werde beibehalten, aber frischer gestaltet. So versuchten sie etwa über das Material, etwas mehr Pfiff miteinbringen – sportive Bequemlichkeit für Damen geht so zum Beispiel mit einer guten Portion Glitzer und Glamour einher. Sylvia Klemens ist seit Mai 2014 bei Lugina für die Kollektion verantwortlich. Zuvor leitete sie beim Damenschuhhersteller Peter Kaiser in Pirmasens die Kollektionsentwicklung, schied dort Mitte März 2014 auf eigenen Wunsch aus. Die Umstellung vom Damenpumps auf den Bequemschuh sei eine überaus spannende Sache gewesen, sagt sie heute darüber – weil sie nun ein sehr breites Feld bearbeiten könne. Lugina entwickelt und produziert seit 1960 Bequemschuhe für Damen und Herren. Hergestellt werden die Schuhe vor allem in Ungarn sowie in Kroatien und Rumänien. In Schwanheim, wo noch eine Musterproduktion besteht, arbeiten knapp 100 Menschen; europaweit arbeiten für Lugina etwa 2500 Menschen. Die Tagesproduktion liegt bei durchschnittlich 13.000 Paaren. Waldläufer-Schuhe werden vor allem in Deutschland verkauft, sind aber auch gefragt in den USA und Kanada oder in Großbritannien. (tre)

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