Rheinpfalz Platzbedarf für Urnenfelder wächst seit Jahren

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Es sei nicht nur der größte, sondern auch der schönste Friedhof im Kreis Kusel – mit diesen Worten begrüßte Lautereckens Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer am Samstagnachmittag Mitglieder des Stadtrats des und Bauausschusses auf dem Friedhof. Anlass des Ortstermins: die erforderliche Anlage eines neuen Urnenfeldes, die Anlage eines Rasenbegräbnisfeldes sowie die Anpassung der Friedhofsgebühren.

Bei der Besichtigung wurden den Mitgliedern von Rat und Bauausschuss die Problemstellungen deutlich, die nicht nur mit der Größe des Friedhofs in Verbindung stehen. Vor über 30 Jahren von einer positiven Bevölkerungsentwicklung ausgehend, hatten die damaligen Stadtväter den Friedhof mit mehr als 1000 Gräbern entsprechend großzügig geplant. Heute hat die negative Bevölkerungsentwicklung auch Auswirkungen auf den Bedarf an Begräbnisstätten. Dazu kommt eine sich verändernde Begräbniskultur. Deutlich öfter als noch zu Zeiten der Anlage des bestehenden Urnenfeldes wird heute die Einäscherung statt einer Sargbestattung gewählt. Daher, so Steinhauer, sei die Kapazität des Urnenfeldes in absehbarer Zeit erschöpft, wohingegen für traditionelle Erdbestattungen überreichlich Platz sei. Daher könne das geplante Urnenfeld nach Auflösung einer alten Begräbnisfläche auf der Ebene oberhalb der Trauerhalle entstehen. Hinsichtlich der Kapazitätsplanung merkte Andreas Müller (SPD) an, dass mit dem zu erwartenden neuen EU-Recht Urnen nicht mehr wie bisher zwangsweise beigesetzt werden müssten, sondern auch privat verwahrt werden könnten. Das sei zu berücksichtigen. Isabel Steinhauer-Theis (CDU) regte an, grundsätzlich zu diskutieren, welche Begräbnisformen zugelassen werden sollten. Aufgeworfen wurde auch die Frage, ob man künftig nicht auch die Beerdigung von Ortsfremden in Lauterecken zulassen solle, wenn etwa Angehörige zugezogen seien. Mit der Anlage eines Rasengrabfeldes plant die Stadt ebenfalls der sich verändernden Begräbniskultur Rechnung zu tragen. Hierfür kommt eventuell ein ebenfalls demnächst aufzulösendes Grabfeld im oberen Bereich des Friedhofs in Frage. Dass die Realität einermobilen Gesellschaft auch vor einem Friedhof nicht haltmacht, zeigen zahlreiche völlig vernachlässigte Gräber. Immer öfter muss die Stadt für die Kosten aufkommen, wenn Gräber zu sichern oder aufzulösen sind, Angehörige aus Lauterecken verzogen sind und sich nicht zuständig fühlen – eine Entwicklung, die bei den Rats- und Ausschussmitgliedern auf wenig Verständnis stieß. Hans Lübeck, als Beigeordneter zuständig für den Friedhof, erläuterte auf Anfrage, dass von derzeit etwa 200 Gräbern, deren Liegezeit abgelaufen sei, erfahrungsgemäß bei etwa der Hälfte die die Stadt die Kosten für die Auflösung der Gräber tragen müsse. Als weiterer unnötiger Kostenfaktor fielen bei der Begehung die Grünmüllsammelstellen auf dem Friedhof auf. Trotz Hinweisen auf Mülltrennung und dafür aufgestellte Behälter werden Müllsäcke, Grablampen, Blumentöpfe und anderes rücksichtslos zum Grünmüll geworfen. Dieser müsse daher zu hohen Kosten als Sondermüll entsorgt werden, wie der Beigeordnete Hans Lübeck erläuterte. Die gesammelten Eindrücke und Informationen werden Grundlage sein, auf der sich der Stadtrat demnächst mit den Fragen beschäftigen und entsprechende Beschlüsse fassen wird. Im Anschluss an die Ortsbegehung auf dem Friedhof verpflichtete Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer Mario Kleber und Thomas Threin als neue Mitglieder im Ratsgremium der Veldenzstadt. (kajo)

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