Rheinpfalz Pfalzweit dieses Jahr schon knapp 2000 Einbruch-Fälle

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Ludwigshafen/Kaiserslautern. Der rheinland-pfälzische Innenminister sieht im Kampf gegen Einbrecherbanden erste Erfolge. Trotzdem ist die Anzahl der Fälle in diesem Jahr weiter gestiegen. Schließlich gehen die meist aus Osteuropa stammenden Täter immer gerissener vor. Die Polizisten in der Pfalz hoffen auf die Hilfe der Bürger.

Ein paar wie zufällig in Garageneinfahrten liegende Kiesel können ein Indiz dafür sein, dass Einbrecher unterwegs sind. Kickt ein Hausherr die Steinchen achtlos zur Seite oder kehrt er sie feinsäuberlich weg, dann wissen die Kriminellen beim nächsten Kontrollgang: Achtung, hier sind die Bewohner daheim. Bleiben die Bröckelchen dagegen irgendwo liegen, dann ahnen sie: Hier sind Besitzer verreist, die Gelegenheit ist also günstig. In der Westpfalz haben Täter in den ersten acht Monaten dieses Jahres 634-mal zugeschlagen, macht im Vergleich zu 2015 eine Steigerung von 17,4 Prozent. Die Vorderpfalz kommt auf bislang 1329 Fälle und einen Anstieg von 10,1 Prozent. Und für ganz Rheinland-Pfalz beträgt das Plus 8,3 Prozent. Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagt: „Das Thema Einbruchdiebstahl treibt die Menschen um, wir spüren das.“ Und er versichert: Die Polizei hält dagegen. Erste Erfolge sieht der Sozialdemokrat auch schon, immerhin habe sich der Aufwärtstrend merklich abgeflacht. Bei den Polizeipräsidien gibt es mittlerweile spezielle Arbeitsgruppen, die Einbrechern das Leben schwermachen sollen. Dazu intensivieren die Beamten vor allem den Informationsaustausch – zwischen den verschiedenen Kriminalinspektionen, aber auch zwischen den Polizeipräsidien und mit Kollegen in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern. Denn die meisten Taten gehen aufs Konto mobiler Profibanden aus Osteuropa. Dass sie aus Georgien, Rumänien oder Albanien kommen, sah man den Kriminellen bis vor ein paar Jahren auch oft an. Michael Dommermuth, der Chef der Kriminalinspektion Ludwigshafen, sagt: „Früher bekamen wir Hinweise auf Frauen in bodenlangen Röcken und mit Kopftüchern.“ Inzwischen spionieren westlich gekleidete Täter die Ziele aus. Die Beamten setzen darauf, dass den Bürgern verdächtige Gestalten trotzdem auffallen. Und sie sagen: Man soll ruhig gleich bei der Polizei anrufen, wenn Unbekannte so seltsam durch die sonst ruhige Seitenstraße schlendern. Oder wenn durchs Treppenhaus des Mehrfamilienhauses Menschen schleichen, von denen keiner weiß, was sie dort wollen. Oder wenn Leute auf dem Friedhof Kieselsteine von Gräbern klauben. Die könnten sie brauchen, um sie wie zufällig in Einfahrten zu streuen.

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