Rheinpfalz Pfälzer Spezialitäten locken
«ERLENBACH.» Gasthäuser gibt es in Erlenbach schon immer und in ausreichender Zahl. Das war früher nicht anders als heute. An das Angebot vor wenigen Jahrzehnten werden sich nur die älteren Einwohner erinnern. Da gab es das Traditions-Gasthaus „Zur Hedwig“, das mittlerweile abgerissen ist und an dessen Stelle die Buswartehalle steht. Oder das damals neue Restaurant „Zum Burgblick“ von Oskar Stöbener. Im Ortsteil Lauterschwan sah das ähnlich gut aus. Man erinnere sich an den „Weidenkorb“ mit seiner schönen Lage oberhalb des Dorfes, den legendären Seemann im Gasthaus Kreb und an den „Landgasthof“ der Familie Burkhard am Ortseingang.
Heute verfügt Erlenbach mit dem Gasthaus „Zum Berwartstein“, dem Kiosk am Seehof, dem Sportheim und der Burg-Gaststätte immer noch über vier Einkehrmöglichkeiten. „Mit vier Gaststätten bei rund 330 Einwohnern sind wir gut bestückt“, sagt Ortschef Dirk Eichberger zufrieden. Eine Verbesserung für den Ortsteil Lauterschwan mit seinen knapp 100 Einwohnern hatte er sich lange gewünscht, da dort zuletzt keine Einkehrmöglichkeit bestand. Seit geraumer Zeit hat an Wochenenden aber wieder das „Waldblick“ eröffnet. „Touristen und Einwohner sind bei uns gut versorgt. Jeder kann hier zu Fuß zu einer Einkehrmöglichkeit gelangen“, sagt er. Typische Dorfwirtschaft Seit 1972 betreiben Notburga und ihr Mann Helmut Topitsch nunmehr das Gasthaus „Zum Berwartstein“ in der Hauptstraße. Es ist noch eine typische Dorfwirtschaft, in der man sich trifft und Neuigkeiten austauscht. 42 Sitzplätze bietet das Lokal, daneben sechs Betten für Gäste. Montag und Mittwoch ist bei Topitschs Ruhetag. Das Gasthaus bietet einfache und bürgerliche Küche zu moderaten Preisen, wie ein Blick in die Speisekarte zeigt. Sonntags wird zusätzlich ein Rinderbraten serviert. Mit dem Besucheraufkommen sind die Topitschs zufrieden. Es kommen viele Wanderer, aber auch Stammgäste, oft aus dem Raum Trier, aber auch aus Ulm oder Berlin. Da das Wirtsehepaar nicht mehr das jüngste ist, macht sich Notburga Topitsch schon eine Weile Gedanken über eine Nachfolge. Aber so sehr sie sich bisher auch bemüht hat, bislang ist niemand in Sicht. „Wir machen halt noch so lange, wie es geht“, hat Notburga Topitsch entschieden. Rumpsteaks gefragt Die Frage der Nachfolge stellt sich für Petra und Franz Klemm im Sportheim nicht. Die beiden haben das Lokal nun seit 15 Jahren gepachtet. Weil beim FC Erlenbach schon lange kein Fußball mehr gespielt wird, ist reichlich Platz beim Sportgelände. Im Sportheim gibt es 70 Sitzplätze, draußen nochmals 34. Das Lokal hat nur am Mittwoch sowie Samstag und Sonntag/Feiertag jeweils von 11.30 bis 20 Uhr geöffnet. Geboten wird ebenfalls gut bürgerliche Küche und ein Tagesessen. An jedem zweiten Mittwoch im Monat gibt es Dampfnudeln mit Wein- oder Vanillesoße und Grumbeeresupp. In den Wintermonaten wird Kesselfleischessen angeboten – alles zu humanen Preisen. Der Renner im Sportheim sind Rumpsteaks, sagt Petra Klemm. Mit dem Gästeaufkommen ist sie zufrieden, besucht wird das Lokal gerne von Wanderern oder Gästen des angrenzenden Campingplatzes. Gruppen sollten sich vorher anmelden. Currywurst ist der Renner Ein ähnliches Publikum wie das Sportheim hat der nur wenige hundert Meter entfernte Kiosk am Seehof. Sandra Lowrie hat das kleine Lokal seit gut drei Jahren von der Gemeinde gepachtet. Stattliche 92 Sitzplätze weist die Terrasse auf, die direkt an die Liegewiese mit fantastischem Blick auf den nahen Badeweiher Seehof grenzt. „Als ich das Haus gepachtet habe, ging für mich ein Traum in Erfüllung. Von der Lage hier bin ich voll begeistert“, sagt Lowrie. Von Juni bis September hat sie täglich und ohne Ruhetag von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Auf der Speisekarte stehen meist kleinere Gerichte wie Currywurst, Flammkuchen und Pizza. Sie bietet jedoch auch Tagesessen an und hausgemachten Kuchen. Die Tagesessen und die von ihrem Mann selbst gemachte Currysoße seien der Renner, sagt sie. Was die Besucherzahl angeht, ist sie zufrieden. Das sei natürlich sehr wetterabhängig, war aber dieses Jahr gut. Das Lokal hat sie langfristig gepachtet. Tafeln wie die Rittersleut’ Die Gaststätte auf Burg Berwartstein ist im historischen Rittersaal eingerichtet. Mit 130 Sitzplätzen drinnen und zusätzlich 60 auf der Terrasse, finden auch größere Gruppen Platz. Die Burgküche serviert Pfälzer Spezialitäten, Flammkuchen verschiedener Art oder Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. Als Besonderheit bietet Familie Wadle ein Rittermahl im historischen Gemäuer an, das man buchen kann. Burg und Gaststätte sind täglich geöffnet von März bis November, über die Wintermonate bis Februar nur an den Wochenenden. Fazit Das kleine Wasgau-Dorf ist mit seinem Gastronomie-Angebot gut aufgestellt. Oft dominieren auf den Speisekarten zwar Pfälzer Spezialitäten, aber die mag schließlich der Pfälzer, und viele Touristen kommen gerade deshalb hierher. Das Dorf mit seinen touristischen Einrichtungen hat sich mit seiner Gastronomie gut auf den Fremdenverkehr eingestellt. Die Serie Dass es in jedem Dorf eine Gastwirtschaft gibt, ist nicht mehr selbstverständlich. Die Gründe dafür sind vielfältig: Personalmangel, keine Nachfolger, zu hohe Anforderungen und Kosten bei Modernisierungen. Wir haben uns deshalb im Dahner Felsenland umgeschaut, wo Gastronomie allein schon wegen des Fremdenverkehrs eine wichtige Rolle spielt. Bisher wurden die Einkehrmöglichkeiten in Bruchweiler-Bärenbach (23. Februar), Rumbach (5. April), Petersbächel (19. Juli), Busenberg (8. August), Fischbach (17. September), Schönau (6. Oktober) und Bobenthal (25. Oktober) vorgestellt.