Rheinpfalz Pfälzer Paradies wie neu
Der Paul-Münch-Brunnen in Kaiserslautern erstrahlt in neuem Glanz. Nach monatelanger Sanierung wurde die Brunnenanlage am Mittwoch wieder in Betrieb genommen. Sie ist dem Heimat- und Mundartdichter Paul Münch (1879 – 1951) gewidmet, der in der Stadt als Lehrer wirkte. Seine Kindheit verbrachte Münch in Kusel.
Die Mosaikkünstlerin Tanja Lebski rezitierte das Gedicht „S’Paradies“; Gitarre und Akkordeon erklangen und Kinder der Paul-Münch-Grundschule besangen den Frühling. Das Programm am Mittwoch passte gut zum frischen Grün der Wohnanlage und zum klaren Wasser des Brunnenbeckens – und es hätte Paul Münch, dem im Westrich und in der Vorderpfalz sehr bekannten Mundartdichter, wohl gefallen. In einer Ansprache erinnerte Thomas Bauer, Vorstand der Bau AG, an die Errichtung des Brunnens im Jahr 1963 und sprach von einer „zweiten Einweihung“. Der Brunnen steht öffentlich zugänglich in einer Siedlung der Bau AG in der Alex-Müller-Straße. Nach einer Generalüberholung sei die Brunnenanlage technisch wieder auf dem neuesten Stand und aufwendig restauriert. Die Anlage sei nicht nur verschönert, sie sei veredelt, verwies Bauer auf einen kunstvoll verlegten neuen Mosaikboden und eine LED-Beleuchtung. Dafür habe die Bau AG 100.000 Euro investiert. Ihre Strahlkraft erhält die Brunnenanlage durch den Pfälzer Buntsandstein, aus dem sie über Eck gefasst ist, und die Arbeiten des Bildhauers Werner Bernd. Lebensgroße Gestalten zweier Mackenbacher Wandermusikanten schmücken die Mitte des Brunnens, Verse von Paul Münch und passende Reliefs mit Abbildungen von Kaiser Barbarossa und dem Pfälzer Paradies sind auf den Seitenwänden zu sehen. Die Ausbesserung der Sandsteinarbeiten erledigte der Bildhauer Klaus Hunsicker in Kooperation mit dem Natursteinwerk Carl Picard, die Mosaikarbeiten gestaltete Tanja Lebski. Sie sei mit Texten von Paul Münch aufgewachsen, erzählte Lebski, bevor sie das Münch-Gedicht „S’Paradies“ vortrug. Kein Wunder, hatte ihre Großtante die mit knapp 100 Jahren vor zwei Jahren starb, doch Paul Münch noch als Lehrer gehabt – Mundartdichter war der Pfarrerssohn quasi im Nebenberuf. „Ich bin mit Texten und Geschichten von Paul Münch großgeworden, mag seine Sprache und bekomme kein Vorderpfälzisch hin“, sagte die Landstuhlerin, die ihr Künstleratelier in Altleiningen unterhält. So wundert es nicht, dass Tanja Lebski nicht lange überlegte, als sie von der Erneuerung des Mosaikbodens im Paul-Münch-Brunnen erfuhr. Als Mosaikkünstlerin war es ihr ein Herzensanliegen, die Kunst am Brunnenboden ihres Lieblingsdichters neu zu beleben. Der aus kleinen blauen Mosaiksteinchen verlegte Boden, der wie der Brunnen aus den 1960ern stammt, war in die Jahre gekommen. Eine Idee für die Gestaltung hatte die Frau sofort. „Darstellungen im Brunnenboden mussten Motiven von Paul Münchs Versen entsprechen, die in der Brunnenwand in Stein gemeißelt sind.“ Auf blauem Untergrund kreierte sie Hecht und Karpfen, Kelch, Äpfel und Weinkrug. Seit Herbst vergangenen Jahres war sie in ihrer Werkstatt damit beschäftigt, die Motive im Mosaik mit Glassteinchen aus Venedig und Blattgold herauszuputzen. Rund elf Quadratmeter umfasst das Mosaik, das unter dem Plätschern des Wassers aus den Brunnendüsen dem Becken Lebendigkeit vermittelt und Lebensfreude ausstrahlt.