Rheinpfalz Ort will aus Straßenstreit Kapital schlagen

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Mit einer ungewöhnlichen Aktion will die Ortsgemeinde Schönau aus einem schwierigen Thema Kapital schlagen – und den umstrittenen Ausbau der Wengelsbacher Straße vermarkten. Heute beginnt dafür ein spezieller Postkartenverkauf.

Schönau ist in den Medien. Nicht etwa wegen seiner idyllischen Lage am Königsweiher, dem altehrwürdigen Gienanthschen Herrensitz oder dem abwechslungsrechen Michaelismarkt zur Kerwe. Nein – es ist die Wengelsbacher Straße oder vielmehr der Streit über ihren Ausbau, der in den vergangenen Monaten einige TV- und Radiostationen in die rund 400 Einwohner zählende Grenzgemeinde im Wasgau gelockt hat. Daraus will der Ort nun Kapital schlagen: Die Wengelsbacher Straße soll touristisch vermarktet werden. Am heutigen Samstag, 10 Uhr, beginnt am Gienanthhaus der Verkauf von Postkarten. Mittelfristig sollen bedruckte Gläser, T-Shirts oder Mützen folgen. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Souvenirs soll der Straßenausbau mitfinanziert und damit die Belastung der Bürger reduziert werden. Denn gegen die vom Gemeinderat verabschiedete Planung regt sich Widerstand, die Dorfgemeinschaft ist in Befürworter und Gegner tief gespalten. Inzwischen sind auch Behörden und Gerichte involviert. Die Wengelsbach-Street-Collection (kurz: WC), unter deren Namen die Artikel mit schmucken Motiven aus dieser Straße vermarket werden, will Gräben zuschütten und das Wir-Gefühl wieder stärken. Auch der Tourismus soll profitieren; bundesweit will man gezielt „Straßenspechte“ bewerben, die nach Vorbild der Berliner Mauer in die Südwestpfalz reisen und sich mit Hammer und Meißel – selbstverständlich gegen Obolus – selbst ihr Stück Straße sichern. Alternativ werden demnächst in den örtlichen Geschäften auch Asphaltbrocken Straße mit Zertifikat verkauft. „Es liegen ja genug in der Straße rum“, so die Organisatoren. Info: Verkaufsstart „Wengelsbach Street Collection“ (Postkarten) ist um 10 Uhr am Gienanthhaus. |rhp/lirpa

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