Eisenberg „Ohne euch wäre die Gesellschaft arm“

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Der Landrat zeigte Verständnis für die Flüchtlinge. „Wenn meine Kinder nicht genug zu essen hätten und nachts vor Hunger nicht schlafen könnten, würde ich mich auch aufmachen, um Geld zu verdienen und meine Familie satt zu bekommen.“ Werner ergänzte: „Ich weiß, dass nicht alle, die zu uns kommen, bleiben können.“ Und er könne die Bürger verstehen, die besorgte Fragen haben. Die Grenzen dicht machen ist für den Landrat keine Lösung, um den Zustrom zu reduzieren. „Glaubt irgendjemand, dass verzweifelte Menschen an den deutschen Grenzen ausharren, bis im nächsten Jahr ein neues Kontingent eröffnet wird? Und wir würden mit geschlossenen Grenzen die politische Erfolgsstory der Nachkriegszeit gefährden – das vereinigte Europa.“ Eine Reduzierung der Fluchtursachen lasse sich nur mit intensiver Diplomatie und Fingerspitzengefühl und mit viel Geld erreichen. Den Verbandsgemeinden gelinge es, die Flüchtlinge weitestgehend in dezentralen Einzelunterkünften unterzubringen. Einzige Ausnahme sei eine Sammelunterkunft für alleinstehende Männer in Eisenberg. Aktuell seien dort 25 Flüchtlinge und fünf Obdachlose untergebracht. „Die Eisenberger haben also sehr bewusst keine Einrichtung nur für Flüchtlinge geschaffen“, so der Landrat. Derzeit würden noch genügend Wohnungen angeboten. „Gerade das ist eine Chance für den ländlichen Raum, für unsere Dörfer, bei denen Leerstände ein Zukunftsproblem sind.“ Werner verwies auf Förderprogramme, die die Modernisierung von Gebäuden finanziell unterstützen. Die zentrale Aufgabe sei die Integration. „Wir müssen offen sein für neue Mitbürger, die aus anderen Kulturkreisen, Religionen, mit anderen Sitten und Bräuchen zu uns kommen. Und die Flüchtlinge, die bei uns bleiben wollen, müssen bereit sein, Teil unserer Gesellschaft zu werden mit allen Rechten und Pflichten und keine Exklave aufmachen, in der sie quasi mit Gleichgesinnten leben“, betonte Werner. Der Schlüssel zur Integration sei die Sprache. Er lobte den Einsatz in Kindertagesstätten und Schulen, wo die Kinder über die Arbeitszeit hinaus gefördert werden. Die Eingliederung in den Arbeitsmarkt sei ein Thema. Mit Blick auf das Thema Fachkräftemangel sagte der Landrat: „Es kommt da keine Million Engel – auch unter den Flüchtlingen gibt es solche und solche. Aber die ganz überwiegende Mehrheit will arbeiten und für sich und ihre Familie eine finanzielle Basis schaffen.“ Die Mitarbeiter im Kreishaus und in den VG-Verwaltungen gingen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und darüber hinaus, um sich um die Flüchtlinge zu kümmern. Werner kündigte an, dass der Kreis hier die Anzahl seiner Beschäftigten erhöhen müsse. Sein Dank ging an die Ehrenamtlichen in den Helferkreisen: „Ohne euch wäre unsere Gesellschaft arm.“ Er verschwieg „die dunkle Seite Deutschlands“ nicht. „Hetze, Intoleranz, Verführer, die für komplexe Sachverhalte einfache Lösungen anbieten. Lösungen, die nichts mit Rechtsstaatlichkeit und unseren Grundwerten zu tun haben.“ Man dürfe keinen Nährboden schaffen, auf dem dieses Gedankengut wachsen könne. Neid könne ein solcher Nährboden sein. „Deshalb dürfen wir die Menschen, die zu uns kommen, nicht gegenüber denen, die bereits hier sind, bevorzugen. Alle Leistungen, die wir für Flüchtlinge anbieten, müssen auch für bedürftige Menschen offen sein, die schon immer hier leben.“ Eine musikalische Weltreise bekamen die Gäste des Neujahrsempfangs vom Chor „S(w)inging Kids“ aus Münchweiler geboten .

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