Eisenberg Oerlikon gehört jetzt zu Lincoln Electric

Zwar halten sich die Unternehmen zu den Hintergründen noch bedeckt, optisch ist der Besitzerwechsel am Eisenberger Werk aber vol
Zwar halten sich die Unternehmen zu den Hintergründen noch bedeckt, optisch ist der Besitzerwechsel am Eisenberger Werk aber vollzogen.

Noch gibt es weder von Lincoln Electric noch Oerlikon offizielle Erklärungen zu der Angelegenheit. Dennoch herrscht über mehrere Aspekte bereits Klarheit. Die Vorgeschichte Oerlikon entwickelt, produziert und vermarktet Schweiß- und Schneidverfahren sowie Lösungen und Service für Profi-Anwender. Das Unternehmen ist in mehr als 80 Ländern präsent. 1950 wurde das Werk in Eisenberg als Elektrodenfabrik Oerlikon GmbH gegründet, unter anderem waren daran der Schweizer Großindustrielle Emil Bührle sowie der damalige Geschäftsführer der Eisenberger Gienanth-Werke Freiherr Ulrich von Gienanth beteiligt. 1991 verkaufte der damals strauchelnde Züricher Rüstungskonzern Oerlikon Bührle den Eisenberger Schweißtechnikbetrieb, der zu diesem Zeitpunkt 560 Mitarbeiter zählte und einen Umsatz von umgerechnet 155 Millionen Euro hatte, an den französischen Air-Liquide-Konzern. In Folge dessen wurde die Elektrodenproduktion Schritt für Schritt an andere Air-Liquide-Standorte verlagert, was mit einem massiven Personalabbau im Eisenberger Werk einherging. Dieses wurde letztlich Air Liquide Welding zugeführt, einer Air-Liquide-Tochtergesellschaft, in der der Mutterkonzern seine Schweiß- und Schneidtechnologien bündelte. 2013 arbeiteten in Eisenberg noch 167 Mitarbeiter (Oerlikon gesamt: 181, 2015: im Schnitt 179). Aktuellere Zahlen hat Oerlikon nicht mehr veröffentlicht. Selbiges gilt für den Umsatz, der 2013 bei 63 Millionen Euro lag. Wie lief der Deal ab? Die offenbar exklusiv geführten Verhandlungen zwischen Air Liquide und Lincoln Electric Holdings über einen möglichen Verkauf von Air Liquide Welding wurden Anfang März 2017 öffentlich. Air Liquide hatte ein Interesse an dem Geschäft, weil sich das Unternehmen nach dem Zukauf der amerikanischen Firma Airgas im Jahr 2015 nach eigenen Angaben mehr auf seine Gas- und Service-Aktivitäten konzentrieren wollte. Ende Juli 2017 war der Verkauf von Air Liquide Welding schließlich perfekt. Der Preis: 115 Millionen Euro (etwa 134 Millionen US-Dollar). Wer ist Lincoln Electric? Lincoln Electric ist ein amerikanischer Hersteller von Schweißausrüstung mit Sitz in Cleveland/Ohio. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Weltmarktführer in Sachen Design, Entwicklung und Herstellung von Lichtbogenschweißprodukten, Roboterschweißsystemen, Schweißrauchabsauganlagen, Plasma- und Sauerstoff-Schneidanlagen. Außerdem ist das Unternehmen auf dem Hartlöt- und Speziallegierungsmarkt stark vertreten. Nach eigenen Angaben verfügt Lincoln Electric weltweit über mehr als 63 Produktionsstandorte, darunter Betriebsstandorte und Joint Ventures in 23 Ländern. Außerdem verfügt Lincoln über ein weltweites Händler- und Vertriebsnetz in über 160 Ländern. Im Jahr 2016 machte das Unternehmen 2,3 Milliarden US-Dollar Umsatz. Was bedeutet der Deal für das Eisenberger Oerlikon-Werk? Welche Auswirkungen der Besitzerwechsel in Sachen Firmenportfolio, Struktur und Beschäftigte hat, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Weder Oerlikon noch Lincoln machen dazu derzeit Angaben. Die Öffentlichkeit soll aber bald informiert werden.

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