Rheinpfalz Oase für seltene Nutztiere
Als im März 2011 eine Familie aus der Vorderpfalz die Aufgabe übernahm, die Rosenberger Teichanlage aufzuräumen und zu pflegen (die RHEINPFALZ berichtete), konnte noch niemand ahnen, was für ein Projekt daraus entstehen würde. Die Mitglieder der franziskanischen Gemeinschaft (Dritter Orden des heiligen Franziskus) wollten zunächst lediglich helfen, die grüne Oase am Wallfahrtsort Maria Rosenberg zu erhalten und zu pflegen, Daraus wird nun eine kleine Oase für selten gewordene Nutztiere.
Der Wunsch, dass auf den Rosenberger Teichen wieder Schwäne leben, wurde in vielen Begegnungen mit Spaziergängern und Rosenberger Mitarbeitern geäußert. Im August 2013 konnten die ersten, von Verletzung und Krankheit genesenen Schwäne aus der Auffangstation für Wassergeflügel in Waldesch auf den Rosenberg ziehen. Die gehandicapten Schwäne müssen im Winter regelmäßig gefüttert werden; ein Ehepaar aus der Nachbarschaft war zu dieser Hilfe sofort bereit. Ab Juli 2015 gab es Gesprächsrunden zur Enzyklika „Laudato si“ und man war sich schnell einig, dass es nicht nur bei theoretischen Überlegungen bleiben sollte, sondern auch ein kleiner praktischer Beitrag am Wallfahrtsgelände von Maria Rosenberg geleistet werden soll. Die Idee, vom Aussterben bedrohte Nutztiere als Landschaftspfleger zu halten, wurde ausführlich diskutiert und die Projektgruppe „Schöpfung bewahren“ war geboren. Es fanden sich weitere Interessierte, die sich bereit erklärt haben, regelmäßig bei der Versorgung der Tiere zu helfen. Nach Absprachen mit der Leitung von Maria Rosenberg und mit Hilfe des landwirtschaftlichen Fachberaters der von Anfang an in der Projektgruppe engagiert war, zogen im April 2016 die ersten Brillenschafe ein. Sachkundeprüfungen in Schafhaltung wurden abgelegt, und um den Erhalt dieser extrem vom Aussterben bedrohten Schafrasse zu unterstützen, wurde eine kleine Herdbuchzucht begonnen. Der Rasenmäher hat an der Teichanlage nun weitgehend ausgedient, denn die Schafe halten die Wiesen rund um die Weiher in Ordnung. Mit dem Filzen der Wolle haben einige in der Gruppe bereits begonnen, das Spinnen soll in absehbarer Zeit erlernt werden. Menschen sollen auf Ursprüngliches aufmerksam gemacht werden und vor allem für Kinder und Jugendliche heute nicht mehr selbstverständliches Wissen vermittelt werden. Für Interessierte soll es ab dem Sommer auch regelmäßige Kontaktmöglichkeiten zu den Tieren geben. Um die Pflege des Geländes mittels Nutztieren zu optimieren, kamen im Februar zwei Thüringer Waldziegen auf den Rosenberg; für sie sind auch dornige Hecken und Sträucher, die von Schafen nicht gefressen werden, ein Leckerbissen. Im Herbst werden zwei junge Tauernschecken-Ziegen dazukommen und die Gruppe der vom Aussterben bedrohten Ziegenrassen ergänzen. Ein alter und zu verwildern drohender Hühnerhof ließ die Idee aufkommen, die bedrohten Nutztierarten um Hühner einer alten Rasse zu ergänzen. Während das alte Hühnerhaus renoviert wurde, waren bereits die ersten Eier vom Sundheimer Huhn im Brutapparat. Mittlerweile bevölkern neben dem erwachsenen Hahn und zwei Hennen auch die ersten Jungtiere die Anlage.