Rheinpfalz Nur Ärger mit den Internet-Bekanntschaften

Haben vier Aufführungen vor sich: die „Kienholzraspler“.
Haben vier Aufführungen vor sich: die »Kienholzraspler«.

Die Theatergruppe „Kienholzraspler“ bearbeitet wieder die „Bretter, die die Welt bedeuten“. Mit ihrem Dreiakter-Lustspiel „Liebe, Frust und Schwiegermütter“ ziehen sie alle Register familiärer und zwischenmenschlicher Beziehungen. Ein verzwickter Ehereißer, der die Zuschauer bis zum Ende unter Spannung hält. Eine Tür-auf-, Tür-zu-Geschichte mit vielen überraschenden Varianten bis zum Schluss. Premiere (es gibt vier Aufführungen) ist am Samstag, 10. November, im Bürgerhaus ( Einlass 19, Beginn 20 Uhr).

Ehealltag bei Willi (Thomas Kaminski) und Gisela (Karin Backmund). Was tun, um wieder etwas Leben in die eigene Gefühlswelt zu bekommen? Man steigt in die Partnersuche im Internet ein. Nicht nur der frustrierte Willi ist mit großer Unterstützung seines umtriebigen Freundes Paul (Volker Lipps) surfend unterwegs. Auch Ehefrau Gisela (Karin Backmund) lässt sich von Freundin Waltraud (Karin Ackermann) verleiten, in die moderne Welt der Partnersuche einzusteigen. Beide sind Laien auf dem Gebiet der „Schmetterlinge-im-Bauch-Suche“. Es kommt, wie es kommen muss: Aus Unwissenheit veröffentlichen beide noch ihre tatsächlichen Adressen. Damit ist das Unheil vorprogrammiert. Die Offerten werden gesichtet und gelesen, Interessenten finden sie auch schnell. Natürlich weiß keiner vom anderen, dass sich dieser ebenfalls auf Freiersfüße begeben hat. Zu dumm nur, dass die Internet-Bekanntschaften sich gleich auf den Weg machen, um Willi beziehungsweise Gisela persönlich kennenzulernen. Das kann nicht gut gehen. Zu allem Unglück taucht auch noch die Mutter (Gabi Cronauer) von Gisela in dieser gestörten Beziehungskiste auf. Was keiner ahnt: Auch sie ist im Internet auf der Suche nach einem Mann. Das verkompliziert die Sache natürlich. Drei Fremdgeher-Aspiranten unter einem Dach sorgen für viele Turbulenzen. Nicht einfacher wird die Geschichte, nachdem sich Waltraud und Willi quasi auf den Tod nicht mehr ausstehen können. Und weil die so (un)geliebte Schwiegermutter sich als Hausbesetzerin ankündigt und bleiben will. Da stehen Willi sofort die Haare zu Berge, klingeln alle Alarmglocken. Außerdem, dass sich Ilse Schneckenberger, wie die Mutter von Gisela heißt, auch noch der Küche bemächtigt, wo sie doch „eine absolute Katastrophenköchin“ ist, wie Schwiegersohn Willi weiß. Das bringt weitere Schwierigkeiten. Denn der Einzugs-Eintopf von Ilse schlägt jedem gehörig auf den Magen und ins Gedärm, was für mehr (Verdauungs-)Probleme im Laufe des Abends sorgt. Nun zu den Internetbekanntschaften der beiden Fremdgeher in spe: Da ist zum einen die sexy Lolita (Sarah Lang), die sich nicht nur auf Willis Internet-Interessen-Bekundung meldet, sondern anreist. Stets eindeutig, zweideutig, sehr zur Freude vom begeisterten Paul, kommt Willi schwer in die Bredouille. Und da ist noch der junge, spritzige Günther (Niklas Kafitz), der in Giselas Interesse eine willkommene Abwechslung in seinem Gigolo-Alltag sieht. Auch er taucht sofort auf. So plötzlich vor der Tür stehend, ist Gisela selbstredend einer Ohnmacht nahe. Apropos vor der Tür stehend: die Türen im Hause von Willi und Gisela sind das Dreh-und Angelstück, der Knackpunkt. Denn wären nicht so viele Ausreißmöglichkeiten für die Protagonisten, es würde sofort erheblich krachen! Zumal sich die unvorhergesehenen Begegnungen immer mehr zuspitzen und hilferingend nach (Tür-Versteck-)Lösungen gesucht wird. Nicht zuletzt muss auch der unheimliche Gast Ede (Bruno Traudt) immer wieder die Flucht ergreifen, damit seine diebischen Absichten und er selbst nicht entdeckt werden. Man darf also gespannt sein, wie sich dieses Beziehungsgeflecht entwirrt und wer da unbeschadet aus seiner verflixt selbst verschuldeten Situation wieder heil heraus kommt. Mit Volker Lipps aus Münchweiler und Niklas Kafitz aus Zweibrücken konnte die Chefin der Kienholzraspler, Gabi Cronauer, zwei neue Männer verpflichten. „Das ist immer schwierig, Männer für Theater zu interessieren“, sagt sie. Als Souffleuse wirkt Gabi Heinz mit. Für die Maske sind Jutta Littig und Susanne Smola verantwortlich. Den Bühnenaufbau und die Technik bewältigen Andreas Badinger, Bastian Littig, Thomas Littig, Helmut Cronauer, Christian Kasper und Kurt Matheis. Termine und Karten —Einlass für die Aufführungen am Samstag, 10., Freitag, 16., und Samstag, 17. November, ist jeweils um 19 Uhr im Bürgerhaus, Beginn ist um 20 Uhr. Am Sonntag, 11. November, ist Einlass um 14 Uhr, dann gibt es Kaffee und Kuchen. Das Stück beginnt um 16 Uhr. —Eintrittskarten zum Preis von acht Euro gibt es bei Gärtnerei Pfundstein, Schulstraße 10, Telefon 06395/6294.

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