Rheinpfalz Nun spielt Draco wieder die erste Geige
«WALDFISCHBACH-BURGALBEN.» Zwergspitz Draco freut sich. Endlich hat Sonja Bogacki wieder mehr Zeit für ihn. Er musste in den vergangenen Monaten ein bisschen hinter den Schulfächern Deutsch, Biologie und Englisch zurückstehen. Abitur war angesagt. Der Stress hat sich gelohnt, das Lernen seit Oktober vergangenen Jahres auch: Mit der Note 1,5 hat Bogacki das beste Abitur an der Integrierten Gesamtschule Daniel Theysohn in Waldfischbach-Burgalben abgelegt.
Das wurde schon gefeiert. „Es ist ja ein Lebensabschnitt, der jetzt erst mal vorbei ist“, bilanziert Bogacki. Dabei kann es durchaus sein, dass sie mit Schule auch in Zukunft zu tun haben wird. Ein Lehramtsstudium steht in der engeren Auswahl. An der möglichen Fächerkombination wird noch getüftelt. Mathematik steht hoch im Kurs. „Neben Mathe war Physik mein Lieblingsfach“, bekennt sie. Nicht nur für das beste Abitur, auch für die beste Leistung im Fach Physik wurde sie ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt sie noch den Preis der Bildungsministerin für vorbildlichen Einsatz an der Schule. Von Frankenthal über Hermersberg nach Waldfischbach-Burgalben führte ihr bisheriger Lebensweg. Dass der als Zwischenstation mal das beste Abi beinhalten würde, „war nicht unbedingt abzusehen“, sagt Bogacki. Mit dem Thema Schule hatte sie nach dem ersten Halbjahr der 11. Klasse zunächst abgeschlossen. Krankheitsbedingt hatte sie länger pausieren müssen. Als es ihr gesundheitlich wieder besser ging, entschied sie, eine Lehre zu beginnen und nicht wieder fürs Abi zu lernen. Sie begann eine Ausbildung als Bauzeichnerin. „Aber ich habe relativ schnell gemerkt, dass es die falsche Entscheidung war“, sagt Bogacki. Ihre jüngere Schwester besuchte die IGS in Waldfischbach-Burgalben und schlug ihr vor, sich die Schule mal anzusehen. Musiklehrer Martin Schönbeck – Musik ist ein Hobby von Bogacki – riet ihr zu. „Er hat ganz großen Anteil daran, dass ich mich für die Schule entschieden habe und es so richtig gut gelaufen ist“, unterstreicht Bogacki. Dass sie jetzt mit 21 Jahren das Abi gemacht hat, erklärt sich aus dieser Geschichte. Am Anfang sei das ein bisschen komisch gewesen, bekennt sie. „Da hatten einige meiner Mitschüler vielleicht ein bisschen Respekt, weil ich schon älter war. Die wollten erst nicht richtig mit mir reden“, erinnert sie sich. Das Problem war schnell vom Tisch, und jetzt, nach dem Abitur, „werde ich sie alle vermissen“, sagt sie. Abschiedstränen flossen bei der Abi-Feier und der Abiturientenrede. Dass ihr Hund Draco heißt – nach Draco Malfoy aus Harry-Potter-Geschichten – und die Abi-Feier unter dem Motto „Hogwarts“, also Harry Potters Zauberschule, stand, „ist Zufall. Ich habe das Motto nicht rausgesucht“, sagt Bogacki lachend. Sie geht gern ins Fitnessstudio. „Ich war ein ganz unsportliches Kind“, verrät sie. „Dass ich mal regelmäßig Fitness machen würde, hätte ich selbst für genau so unwahrscheinlich gehalten wie die Tatsache, dass ich mal das beste Abitur mache“, bekennt sie. Im Mai steht Urlaub auf dem Plan. Es geht nach Thailand. „Ich freue mich riesig. Zum ersten Mal werde ich Europa verlassen“, sagt sie. Auf Draco passt dann, wie zu stressigen Abitur- und Abiturfeiervorbereitungszeiten, die Familie auf. Wenn alles gut läuft, soll Draco im Herbst aber mitkommen. Vorausgesetzt, die Wohnungssituation am künftigen Studienort lässt das zu. Am liebsten würde sie in Trier studieren, Heidelberg wäre auch eine Option, überlegt sie. Auf jeden Fall soll es keine Riesen-Metropole sein.