Rheinpfalz Nummer 348 siegt
Einige hundert Meter mussten rund 600 gelbe, mit Startnummern versehene Quietscheenten am Samstag zurücklegen beim 14. Entenrennen, das sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Etwa 7500 Kilometer legten hingegen die beiden achtjährigen Zwillinge Ava und Amelie als Rennpaten und Zuschauer des Entenrennens zurück. Die beiden Mädchen leben mit Papa Johannes Duttenhöfer, einem Pirmasenser Textilunternehmer, und Mama Louisa in Hongkong und erlebten erstmals diese Gaudi in der Südwestpfalz, auch wenn sie kein Wort Deutsch sprechen.
Die Chronologie des Renngeschehens beginnt um 15.45 Uhr. „Werden die Enten hier ins Wasser gelassen?“, fragt Johannes Duttenhöfer mit einem Blick auf seine Armbunduhr. Außer ihm ist niemand dort, wo in wenigen Minuten die gelben Plastikenten mit dem Strom der Wieslauter in Berührung kommen sollen. Mit achtminütiger Verspätung tut sich schließlich etwas. Thomas Schwinghammer, der Vorsitzende des Angelsportvereins und sein Vize Philipp Frenzel kommen an und holen drei große Plastiksäcke aus dem Kofferraum, in ihnen die rund 600 Protagonisten. „Du brauchst noch einen Ententreiberstock, ich mach dir einen“, sagt Schwinghammer, während er von einem kleinen Baum einen Ast als Lenkhilfe für Frenzel holt. „Froschmann“ Frenzel lauert inzwischen in grünem Gummi gekleidet in der Wieslauter auf Enten, die auf Abwege geraten. Mit großen Augen stehen die beiden deutsch-englisch-chinesischen Zwillinge, begleitet von Papa Johannes und Mama Louisa sowie Oma Helga Ross, die in Hinterweidenthal wohnt, auf der alten Brücke. Um 16.09 Uhr lassen die Nachwuchsangler Aaron Isufi und Moritz Dorst, unterstützt von Schwinghammer, auf Kommando die Rennenten aus den Plastiksäcken in die Wieslauter stürzen. Der sechsjährige Isufi scheint so angetan von dem gelben Knäuel, dass er auch den grauen Plastiksack fallen lässt. Ententreiber Frenzel fischt ihn Sekunden später aus dem Wasser. Auf der einige hundert Meter langen Rennstrecke schwimmen die Konkurrenten dicht an dicht mit der Strömung, während im Dorfpark die Zaungäste – die meisten haben kleine Zettel mit ihren Startnummern vor sich – der Zielankunft entgegenfiebern. Auch die Zwillinge aus Hongkong eilen in den Zielbereich am Dorfpark . Um 16.21 Uhr schwimmt schließlich die Siegerente, überraschend frisch, in den Zielbereich. Frenzel hat inzwischen den Treiberstock gegen ein Fangnetz eingetauscht. „Wenn er jetzt nicht gleich fischt, kriegt er ein Problem“, stellt der vierjährige Julian aus Emmerdingen bei Freiburg, das Geschehen genau beobachtend, fest. Die Nummer 348 ist es, die das Rennen mit deutlichem Vorsprung vor der Rennente mit der Startnummer 502 und der drittplatzierten 150er Rennente macht. „Die war schnell ohne End(t)e“, stellt Schwinghammer fest, während nach und nach die restlichen gelben Teilnehmerenten eingenetzt werden. Derweil duftet es im Festzelt bereits nach leckeren Fischkreationen. Hinterweidenthaler Fußballurgestein Bernd Jung entscheidet sich für Fleisch statt Fisch: „Ich nehm ein Steak“. Die Mitglieder des Angelsportvereins sind auf alles vorbereitet. Am Abend herrscht tolle Stimmung, als „Jammin Six“ mit Livemusik für den guten Ton sorgen, während die gelben Quietscheenten eine einjährige Ruhepause bis zur nächsten Auflage einlegen.