Rheinpfalz „Noch nie ein Nein gehört“

Die für die Flüchtlinge neu eingestellte Sozialarbeiterin Stephanie Roth stellte sich am Mittwoch dem Verbandsgemeinderat Waldfischbach-Burgalben vor.
Laut Verbandsbürgermeister Lothar Weber war die Schaffung dieser Stelle, die im Plan 2016 berücksichtigt ist, aufgrund der großen Anzahl von Flüchtlingen notwendig, und um eine Entlastung der Mitarbeiter, die bisher mit der Thematik befasst waren, zu erzielen. Roth übernimmt die Betreuung der zurzeit 132 Flüchtlinge, die in elf Unterkünften untergebracht sind. Sie dient quasi als Mittlerin zwischen Verwaltung, Vermietern und Ehrenamtlichen, kümmert sich um Probleme und sucht nach Lösungen. Sie vermittelt die Grundlagen der Abfallentsorgung und Mülltrennung, erklärt im Hinblick auf die Energiekosten, dass man nicht bei offenen Fenstern heizt – „eben Dinge, die vielen einfach nicht bewusst sind, da sie aus einer komplett anderen Kultur kommen“, erklärte die neue Mitarbeiterin. Für sie gelte es, „Vertrauen aufzubauen, den Flüchtlingen unsere Werte zu vermitteln und deren Werte zu akzeptieren, um ein Konsens zu finden“. Sie kümmere sich auch darum, die Qualifikationen der Einzelnen in Erfahrung zu bringen um den Weg für eine Integration zu ebnen. Dazu halte und vermittele sie Kontakte zum Café International und dem Mehrgenerationenhaus. Roth lobte die Ehrenamtlichen und Einwohner, die ihr auf alle erdenkliche Arten helfen. Ein Nein habe sie noch nie gehört. Irgendwie seien bisher alle Probleme geregelt worden. Die meisten Flüchtlinge seien zwischen 20 und 30 Jahre alt. „Sie bemühen sich und strengen sich an“, gab Roth ihre ersten Eindrücke wieder. Derzeit werde ein Konzept erarbeitet, dass dazu dient, die vielen jungen Männer in den Gemeinden zu beschäftigen. Dabei werde von jedem Einzelnen ein Profil erstellt, in dem die Vorbildung und Interessen aufgenommen werden. Laut Udo Rapp, Leiter des Ordnungsamts, befinden sich derzeit 132 Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde. Darunter sind 50 Syrer, 15 Somalier, 14 Eritreer, 13 vom Balkan und 16 Pakistani. Er sagte, dass ab der kommenden Woche die Verbandsgemeinde sechs Flüchtlinge pro Woche auf unbestimmte Zeit zugeteilt bekommen werde. Dies bezeichnete Rapp als Herausforderung. Bisher habe man keine Probleme, Unterkünfte zu finden. „Allerdings bezahlt die Verbandsgemeinde keine Mondpreise. Wir müssen darauf achten, dass wir uns im gleichen Feld wie die Hartz-IV-Empfänger bewegen“, sagte er. Wer Leerstände habe und vermieten möchte, könne sich bei der Verbandsgemeindeverwaltung melden. „Wie lange der Druck anhält, ist nicht abzusehen“, so Rapp. Bislang seien noch keine Massenunterkünfte geplant. Die Wohnungen würden eng belegt, die Flüchtlinge aber nicht zusammengepfercht. Bisher seien drei Diebstähle, zwei Sachbeschädigungen und einige Lärmbeschwerden im Sommer festgehalten worden. (jn)