Rheinpfalz Niederländer arbeitet Hinterweidenthaler Kriegsschicksale auf

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„Na, ich möchte wissen, was hier früher passiert ist“, antwortet Peter Vermeulen auf die Frage, warum er sich als niederländischer Staatsbürger, der in Hinterweidenthal wohnt, mit einem Zeitabschnitt der Geschichte beschäftigt hat, den Historiker als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ bezeichnen – der Erste Weltkrieg. Im Jahr 1914 waren junge Männer in vielen Ländern Europas ohne lange zu überlegen bereit, für „Gott und Vaterland“ zu sterben. Das war zu jener Zeit in Hinterweidenthal nicht anders. Das geht zumindest aus dem Tagebuch von Karl Kramer hervor, Hauptlehrer und Gemeindesekretär von Hinterweidenthal. Vermeulen fand dieses Tagebuch im Zuge seiner Recherchen im Landesarchiv Speyer. „Beim Lesen dieser Seiten seit der österreichischen Mobilmachung am 25. Juli 1914 und der Kriegserklärung drei Tage später an Serbien bis zum 16. August schmeckt man die anfängliche Euphorie heraus, die dann mehr und mehr abnimmt.“ Vermeulen hat sich zu diesem Thema mit dem Dorfchronisten Walter Gundacker unterhalten und mit Nachfahren der damaligen Kriegsteilnehmer. Die Aufzeichnungen Kramers, die in der damals gebräuchlichen Sütterlin-Schrift verfasst waren, hat er zusammen mit dem Sohn seines Freundes Werner übersetzt, Frederique Hausmann aus Oberboihingen (Baden Württemberg). Außerdem hatte er Hilfe von seiner Frau Gertraud und von Herbert Johann aus Hauenstein, der kürzlich seinen 80. Geburstatg feiern konnte. Peter Vermeulen (62), der ein halbes Leben lang beim Militär gedient hat – nach der Ausbildung in 1972 in der Niederlande, zuerst lange Zeit in Blomberg (Nordrhein-Westfalen) stationiert war, von 1992 bis 1997 im NATO Hauptquartier in Mons (Belgien) und von 1997 bis 2008 bei der NATO in Ramstein gearbeitet hat – stammt ursprünglich aus Utrecht. Durch seinen langen Aufenthalt in Deutschland lernte er hier Land und Leute und die Lebensqualität schätzen, speziell das Leben in der Pfalz. Er kaufte sich ein Haus in Hinterweidenthal und beschloss zusammen mit seiner deutschen Ehefrau „den Rest unseres Lebens hier zu bleiben“. Hier hat er sich unter anderem auch mit dem Kriegseinsatz von Jakob Meyer befasst, der am 2. Januar 1880 in Hinterweidenthal geboren wurde und zusammen mit zehn Geschwistern aufwuchs. Dieser Jakob Meyer trat am 24. Oktober 1900 als Rekrut in die Armee ein, beim 23. Infanterie-Regiment, 8. Kompagnie. Im September 1902 hatte er seine Ausbildung mit Befähigkeitszeugnis beendet und wurde zur Reserve entlassen. Im August 1914 wurde er unter die Waffen einberufen als 34-jähriger Reservist. Vermeulen hat die Geschichte von Jakob Meyer aufgearbeitet, der all seine Gedanken in ein „Kriegs-Merkbuch für Militär und Civil“ niedergeschrieben hat. Meyers letzter Eintrag lautete: „Am 11. November 1918 Waffenstillstand mittags um 11 Uhr.“ (pt)

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