Rheinpfalz Neustrukturierung steht bevor

„Schneller werden und schneller reagieren.“ Das sind die Vorstellungen des 31-jährigen Dominic Stoffel aus Darstein zur Neustrukturierung des CDU-Gemeindeverbandes Hauenstein. Dies betrifft insbesondere die Strukturform in den Gemeinden des Luger Tales, die bisher eigene kleine Ortsverbände hatten und im April zu einer neuen Struktur „Ortsverband Luger Tal“ zusammengeführt werden sollen.
Frischer Wind scheint durch den Hauensteiner CDU-Gemeindeverband zu wehen. Dieser Eindruck konnte in der gut besuchten Mitgliederversammlung, bei der auch Delegiertenwahlen stattfanden, gewinnen. Man setzt auf eine neue Geschlossenheit, auf neue lebendige Strukturen, „bei denen wir mit Offenheit und Bürgernähe näher zu den Menschen gehen werden“, sagte der neue Gemeindeverbandsvorsitzende Joachim Sanden. Es gebe bereits jetzt, nach der verlorenen Bürgermeisterwahl, konkrete Ansätze, um diese neue Einheit und Entschlossenheit im VG-Rat in die Tat umsetzten. Dabei sei es wichtig, neue Wege der schnelleren Aktion und Reaktion im Rahmen „besserer Informationswege nach innen und nach außen“ zu finden. Sanden teilte mit, dass diese Bürgernähe nachhaltig an Bürgerstammtischen in den Gemeinden intensiviert werden soll. Ein erster Schritt hierzu setzte die Versammlung am gleichen Abend um, als sie Markus Reichert einstimmig in das Amts des geschäftsführenden Schriftführers wählte, was die Versammlung mit Beifall quittierte. Frischen Wind brachte auch Dominic Stoffel in die Diskussion. Er stellte das Konzept für die Neugliederung im Luger Tal vor. Man werde aus den bestehenden kleinen Ortsverbänden einen „schlagkräftigen Ortsverband Luger Tal“ gründen, dem die Gemeinden Schwanheim, Lug, Darstein, Dimbach und Spirkelbach angehören werden. Die notwendigen Regularien seien bereits zusammen mit dem Vorsitzenden Sanden in die Wege geleitet worden. Im April werde sich der neue Ortsverband konstituieren. Erfreulicherweise seien auch hier jüngere Mitglieder Gewehr bei Fuß, wie Stoffel mitteilte. Stoffel selbst zeigte sich am Rande der Veranstaltung der RHEINPFALZ gegenüber interessiert, in diesem Bereich Verantwortung zu übernehmen. Er unterrichtet an der Realschule plus in Dahn und habe schon in seiner Schulzeit am Gymnasium in Annweiler in der Jungen Union mitgearbeitet. Kritik an der Straßenbauverwaltung kam auf, als Christoph Glaser von der „Quartiergemeinschaft“ in der Schuhmeile, die Wochenendsperren der B 10 ankündigte: „Das bedeutet für viele Geschäftsinhaber einen Umsatzverlust bis zu 30 Prozent, sagte Glaser. Die Landtagsabgeordnete Susanne Ganster will in dieser Frage beim Landesbetrieb nochmals intervenieren. Die ging dann mit der Landesregierung hart ins Gericht, die nur zögerlich das „schnelle Internet mit hoher Qualität für Bürger und Wirtschaft in der Südwestpfalz vorantreibt“. Rot-Grün kümmere sich wenig um die Infrastruktur der ländlichen Gebiete, arbeite systematisch mit „Verzögerungstaktiken“ auf allen Gebieten und nehme nur Rücksicht auf das grüne Wählerpotenzial, das landesweit eher im städtischen als im ländlichen Bereich zu finden sei. Daneben ging sie auf die Nachricht des erneuten Transitverbotsgutachten für die B 10 ein (wir berichteten). „Die Landesregierung hangelt sich von Gutachten zu Gutachten, nur um Zeit zu gewinnen, um den Konflikt mit den Grünen zeitlich über die Runden zu schaukeln“, so Ganster. Rot-Grün gebe lieber Geld für Zweitgutachten aus, anstatt nachhaltige Entscheidungen zu fällen. Der Kreisvorsitzende Christof Reichert hieb mit Blick auf die Kreisstraßen, zu deren Unterhaltung die Landesregierung ihren Zuschuss nicht erhöhe, in die gleiche Kerbe. (ys)