Rheinpfalz Neugierig auf die adelige Zeit
WALDFISCHBACH-BURGALBEN. Der Karnevalverein Waldfischbach (KVW) hat eine neue Prinzessin gefunden. Sie kommt zwar nicht aus den eigenen Reihen, wird die Narren aber mit einer gehörigen Portion Charme und viel Spaß an der Sache anführen – davon ist der KVW-Präsident Albert Zimmermann überzeugt.
Natalie von Gerichten heißt die neue Tollität, die am kommenden Samstag um 20.11 Uhr bei der Inthronisierung im Bürgerhaus Schuhfabrik offiziell ihr Amt übernehmen wird. Die 22-jährige Bürokauffrau ist bei den Gemeindewerken Waldfischbach-Burgalben beschäftigt und hat hier auch ihre Ausbildung absolviert. Auf sie aufmerksam geworden ist Zimmermann beim Bruchwissefeschd, wo Natalie an der Dirndl-Modenschau teilnahm. Überhaupt scheint das Bruchwissefeschd die Kontaktbörse für den KVW zu sein, wenn aus den eigenen Reihen aus den unterschiedlichsten Gründen (die Kandidatinnen stehen kurz vor Prüfungen, in der Endphase ihrer Berufs- und Schulausbildung oder sind noch keine 18 Jahre alt) keine junge Damen für das Amt zur Verfügung stehen. Schon die vorjährige Prinzessin hat Zimmermann auf dem Fest für den KVW rekrutiert. Natalie selbst sagt, dass sie zunächst erschrocken war, als sie darauf angesprochen wurde. Nach einer kurzen Bedenkzeit hat sie sich spontan dazu bereiterklärt. Schließlich ist der Karneval in der Doppelgemeinde eine Tradition. Ohne Prinzessin – „das geht gar nicht“, sagt die angehende Tollität. Zudem ist sie selbst von der Fasnacht begeistert und stürzt sich jedes Jahr in den Trubel. Sie ist nicht nur ständiger Gast bei den örtlichen Fasnachtsveranstaltungen, sondern besucht mit ihren Freunden auch die großen Veranstaltungen in der Umgebung. „Mein Kostümfundus ist breitgefächert“, sagt sie lachend. Entgegen kam der 22-Jährigen, dass sie in diesem Jahr kein Volleyball spielen darf. Volleyball ist nämlich seit Jahren ihr größtes Hobby. Wegen eines Kreuzbandrisses, den sie sich im Januar bei einem Spiel zugezogen hat, darf sie diese Saison weder trainieren noch mitspielen. Seit vier Jahren spielt sie in der Damenmannschaft der Sportgemeinde Waldfischbach. Sport steht schon immer ganz oben auf ihre Prioritätenliste. Tennis und Leichtathletik waren auch schon an der Reihe, immer wieder ist sie aber zum Volleyballspielen zurückgekehrt. Zu ihren weiteren Hobbys zählt das Reisen. Nie würde sie zweimal an den gleichen Urlaubsort reisen. Zurzeit spart sie für eine Reise nach Afrika. Ansonsten liest sie auch gerne, vor allem Krimis zählen zu ihrer bevorzugten Lektüre. Trotz ihrer Verletzung darf sie tanzen, freut sie sich auf die Kampagne, die zwar kurz ist, aber heftig zu werden verspricht. Wegen der Kürze steht jetzt schon fest, dass sie an jedem Wochenende unterwegs sein wird, um die KVW-Abordnung bei Veranstaltungen befreundeter Vereine anzuführen. Oft stehen mehrere Termine an einem Tag an. Ihr Arbeitgeber hat schon sein Entgegenkommen, was die Arbeits- und Urlaubszeiten betrifft, signalisiert. Urlaub wird sie sich in jedem Fall in der Hochphase des Karnevals in der letzten Woche nehmen. Von der Kampagne verspricht sie sich viel Spaß und viele Leute kennenzulernen. Interessant sei es für sie, auch mal zu sehen, was im Hintergrund abläuft, was alles organisiert und getan werden muss, bis eine Prunksitzung oder ein Umzug steht. Sie selbst ist bereits bestens gerüstet. Kleider und Ausstattung sind gekauft, Buttons und Autogrammkarten in Auftrag gegeben. Ein paar Pfunde muss sie aber noch abnehmen, damit ihr Kleid, das sie schon frühzeitig gekauft hat, nicht zwickt. Bei einem Urlaub in den USA kamen unlängst einige drauf, lacht Natalie, die überzeugt ist, dass sie ihr Gewicht mit vernünftiger Ernährung wieder in den Griff bekommt. Für den Fahrdienst stehen nicht nur Vereinsmitglieder auf der Liste, sondern auch ihre Mutter Beate Grünewald. Ehrensache ist es natürlich, dass die Familie mit zu den Veranstaltungen kommt. Vor allem ihre siebenjährige Schwester Anna von Gerichten ist stolz auf ihre große Schwester und will natürlich auch mit von der Partie sein, wenn sie ihre Auftritte hat. Nach der Inthronisierung steht unter anderem am 1. Januar der Sturm aufs Rathaus mit Vorstellung des politischen Jahresordens an. Die eigene Prunksitzung findet am 9. Januar und der Kindermaskenball am 31. Januar statt. Fest im Terminkalender ist auch der Rodalber Faschingsumzug am 7. Februar vermerkt.