Rheinpfalz Neues Baugebiet macht Fortschritte

Fortschritte machen die Planungen, in welche Richtung Herschberg noch Bauplätze ausweisen kann. Die Fläche befindet sich am Ortsausgang links und rechts der K 18 in Sportplatznähe. Die Firma WVE GmbH aus Kaiserslautern, die dieses Baugebiet, wenn es realisiert werden kann, als privater Träger erschließen wird, skizzierte im Gemeinderat den aktuellen Stand der dafür notwendigen Veränderungen im Bebauungs- und Flächennutzungsplan.
Die Gemeinde hat Spielraum, neue Bauplätze auszuweisen, weil in einem bestehenden Baugebiet vorhandene Flächen von den privaten Eigentümern partout nicht verkauft werden, erläuterte Bürgermeister Manfred Biedinger. Das habe auch die Regionalplanung erkannt und berücksichtige das. Mit der Planungsgemeinschaft Westpfalz sind die jetzt skizzierten Ideen abgesprochen. An der K 18 liegt ein 2,3 Hektar großes Gebiet, das erschlossen werden könnte. Die Erschließung wäre kostengünstig zu realisieren, da die K 18 dies ermögliche. Die innere Erschließung auf der vom Ort aus gesehen rechten Seite könnte durch die Verlängerung der Straße „Im Feld“ realisiert werden. Auch was Kanal- und Wasseranschluss anbelangt, wäre eine Erschließung unkompliziert. Zwingend zu verlegen wären Leerrohre für den DSL-Anschluss, wie jetzt auch beim Ausbau der Triftstraße geschehen. Auf der rechten Seite könnten 13, auf der linken Seite sechs Bauplätze entstehen, hatte die WVE grob skizziert. An diesem Punkt der Planung sei man noch nicht, stellte der Rat fest, „aber die vorgesehenen Bauplätze in diesem Fall wären meines Erachtens nach zu groß“, gab der Beigeordnete Karl-Heinz Kiefer zu bedenken. Zwischen 750 und fast 1000 Quadratmeter würden sie nach aktuellen Ideen aufweisen. Klar ist, dass Herschberg, wenn es die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche in Bauland wandeln möchte, an anderer Stelle bebaubare Fläche abgeben muss. Dafür bietet sich der Bereich um die „Alte Molkerei“ an, der derzeit noch als Misch- und Gewerbegebiet ausgewiesen ist. Diese Fläche ist 2,2 Hektar groß. Der Status als Gewerbe- und Mischgebiet müsste geändert, das Gebäude der „Alten Molkerei“ abgerissen werden. Dort eröffneten sich Möglichkeiten, um notwendige Parkplätze für die Bürgerhalle, Freizeitgelände und den Kindergarten zu schaffen. Kindergarten Fast erwartungsgemäß hat die Kommunalaufsicht aus dem jetzt unter Auflagen genehmigten Herschberger Haushalt die Investition über 900.000 Euro für das geplante Wohnprojekt mit Seniorenbetreuung im Kindergartengebäude gestrichen. Das Problem, dass die Planung nicht genehmigt ist, eine genehmigte Planung aber Voraussetzung dafür ist, dass die Zuschussgelder für die notwendige Kindergartenerweiterung freigegeben werden, bleibt der Gemeinde erhalten. Es stelle sich die Frage, ob man nicht darüber nachdenken solle, vielleicht doch von der Idee des Wohnprojekts Abstand zu nehmen, wenn man merke, dass man nicht weiterkomme, gab Ratsmitglied Eric Gerhard zu bedenken. Noch wolle er sich davon aber nicht verabschieden, machte Bürgermeister Biedinger deutlich. Nebeneffekte sind, dass aktuell am Kindergarten eine Außentreppe angebracht ist, um den zweiten Rettungsweg zu sichern. „Wenn wir die Genehmigung für das Projekt bekämen, würde ich als erstes das bauen, was notwendig ist, um diese Treppe zu entfernen“, sagte Biedinger. Die Treppe kostete die Gemeinde im ersten Jahr zusätzlich zu den 2500 Euro fürs Aufstellen 6400 Euro Miete. Die Miete fällt weiterhin an. Außerdem habe er jetzt im Sommer die völlig marode Heizung im Kindergarten erneuern wollen, damit hier nicht etwas passiere, wenn die Heizperiode beginnt. Ohne Baugenehmigung sei dies aber nicht möglich. Einige notwendige Anschaffungen für den Kindergarten wurden allerdings getätigt. Kühlschrank und Waschmaschine waren kaputt und wurden ersetzt. In einer Kellerwand im Kindergartengebäude in unmittelbarer Nähe zum Waldmuseum war Schimmel festgestellt worden. Dieser wurde fachmännisch entfernt. Ebenso wurden notwendige Reparaturmaßnahmen an den Dächern der Kindertagesstätte, der Bürger- und der Leichenhalle erledigt. Finanziert wurden die Anschaffungen für den Kindergarten zum Beispiel mit der Rückzahlung von Betreuungsgeld durch den Bund. Zudem hat die Sparkasse Südwestpfalz 2000 Euro gespendet, die nach Freigabe unter anderem genutzt werden sollen, um Spielgeräte und Sonnensegel für den Spielplatz zu sichern. Geprüft wird, ob auch in Herschberg eine Lesezelle – eine Telefonzelle, in der Bürger Bücher tauschen können – aufgestellt werden kann.