Rheinpfalz Neuer Glanz erfreut Gläubige

Blick vom Altarraum in das Kirchenschiff mit Empore. Hinten ist das versetzte Taufbecken zu sehen.
Blick vom Altarraum in das Kirchenschiff mit Empore. Hinten ist das versetzte Taufbecken zu sehen.

Für die zehn kirchlichen Gemeinden der Pfarrei St. Wendelinus Trulben ist der kommende Sonntag ein Tag der Freude. Während landauf, landab Karneval gefeiert wird und Faschingsumzüge das Bild prägen, sind die Gläubigen zum Mitfeiern der Wiederindienstnahme der renovierten St. Pirminiuskirche Eppenbrunn eingeladen. Dies geschieht um 10.30 Uhr mit einem Hochamt in der sanierten Kirche und einem Stehempfang unter der Empore.

1933 war die Kirche geweiht worden. Die letzte Kirchenrenovierung fand 1990 unter dem damaligen Pfarrer Otto Georgens, dem heutigen Speyrer Weihbischof, statt. Dabei wurden die Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils berücksichtigt. Nach einem viertel Jahrhundert sahen die kirchlichen Gremien und die Kirchengemeinde St. Pirminius Eppenbrunn die Zeit für gekommen an, eine Innensanierung anzugehen. Das Bischöfliche Bauamt in Speyer unter seiner stellvertretenden Leiterin Alexandra Ruffing als zuständiger Ingenieurin beauftragte mit der Planung und Bauleitung vor Ort das Architekturbüro Hermann Held aus Contwig. Die Arbeiten untergliederten sich in zwei Teile. Zum einen handelte es sich um die Beseitigung der Feuchtigkeitsschäden. Das zweite Vorhaben war nach dem Wunsch der Eppenbrunner und des Verwaltungsrats ein völliger Neuanstrich der Kirche. Dabei wünschte man sich eine etwas kräftigere Farbgebung als zuvor. Dem stimmte der Kunstbeirat der Diözese Speyer am 8. November zu. Ende August waren durch den Verwaltungsrat auf Vorschlag von Architekt Hermann Held vier Gewerke an die günstigsten Bieter für 78.830 Euro vergeben worden. Für die im zeitigen Herbst begonnen Arbeiten hatte man zunächst eine Wiederindienststellung zum Weihnachtsfest 2017 ins Auge gefasst. „Im Prinzip waren wir mit den Arbeiten am 15. Dezember fertig“, so Held. Doch die verbleibenden Tage mit Endreinigungsarbeiten sowie dem Rücktransport der Kirchenbänke hätten „echten Stress“ bedeutet, so dass man sich dazu entschloss, den zweiten Februarsonntag anzupeilen. Im Vormonat endete auch die rund dreimonatige kirchenlose Zeit vor Ort, in der es keine Gottesdienstangebote gab. Der Gerüstbau oblag der Firma Benoit aus Dellfeld. Die Orgelumhausung nahm die Firma Mayer aus Heusweiler vor, während die Firma Celestra aus Homburg für die Endreinigung verantwortlich zeichnete. Die Hauptarbeiten führte jedoch der Malerbetrieb Veit aus Battweiler aus. Dieser beseitigte nicht nur die Feuchtigkeitsschäden, sondern sorgte dafür, dass die Kirche insgesamt einen neuen Anstrich erhielt und nun in neuem Glanze erstrahlt. Zusätzlich wurden der Plattenbelag versiegelt und der Taufstein unter der Empore versetzt. Dies bewerkstelligte der Steinmetzbetrieb Glöckner aus Neunkirchen. Der Bereich ist nun nicht mehr mit Bänken bestückt. Links und rechts der Empore befinden jeweils 17 Stück. Erst in der Vorwoche hat Schmiedemeister Thomas Maria Schmidt das Muster eines der zwölf Apostelleuchter vorgestellt. Sie fanden das Gefallen von Pfarrer Walter Augustin Stephan und Verwaltungsratsmitglied Rita Gillich. Für die Apostelleuchter und die noch notwendigen neuen Teppiche für die Kirche und die Sakristei ist am kommenden Sonntag die Kollekte. „Stolz bin ich auf das, was innerhalb kürzester Zeit geschaffen und verwirklicht wurde“, sagte Architekt Held. Vor Ort habe es mit Pfarrer Stephan und Rita Gillich und einem großen Kreis ehrenamtlicher Helfer ein „tolles Team“ gegeben. Bemerkenswert sei auch, wie unter Anleitung von Kirchenmaler Schindler aus Rödersheim die Grundreinigung der Heiligenfiguren und der Kreuzwegstationen erfolgte. So freue er sich, am Sonntag mit vor Ort sein zu können, um mit den Engagierten und den Gläubigen das gelungene Werk feiern zu können, so Held. Grund zur Freude gibt es auch bezüglich der Finanzen. Die Kostenschätzung ging von 76.900 Euro aus. Nun liegen die Gesamtkosten bei 77.500 Euro. In diesem Betrag enthalten sind die noch anzubringenden zwölf Apostelleuchter. Für die Beseitigung der Feuchtigkeitsschäden gab es den üblichen Diözesanzuschuss von 60 Prozent, während 40 Prozent bei der Kirchengemeinde Eppenbrunn verblieben. Diese musste allerdings den vollständigen Innenanstrich alleine stemmen, was aber schuldenfrei ging. Insoweit konnte man auf die Mietrücklagen der ehemaligen Dienstwohnung im Eppenbrunner Pfarrhaus zurückgreifen. „Wären keine Zusatzarbeiten durchgeführt worden, hätten wir unter der Kostenschätzung gelegen und einen finanziellen Aufwand von 70.000 Euro gehabt“, sagte Held. Der Mehrbetrag gegenüber der Schätzung entspricht genau dem, was die Apostelleuchter kosten.

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