Rheinpfalz Neuem Möbelmarkt den Weg ebnen
Damit der Solinger Investor André Kleinpoppen ein großes Möbelhaus auf der Truppacher Höhe – auf der dem Outlet gegenüberliegenden Seite nördlich der Autobahn – bauen kann, muss zunächst die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land den Flächennutzungsplan ein weiteres Mal ändern. Das damit beauftragte Planungsbüro Pröll-Miltner aus Karlsruhe unterrichtete am Mittwochabend zuerst den Zweibrücker Stadtrat und danach den Verbandsgemeinderat über die Pläne.
Die Fläche liegt auf dem Gelände des Zweckverbands Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken (Zef). Kleinpoppen plant auf der Contwiger Gemarkung den Bau eines Möbel-Einrichtungshauses mit einer Verkaufsfläche von 39.500 Quadratmetern und 780 Kundenparkplätzen, wie Doris Meyer vom Büro Pröll-Miltner erklärte. Auf 31.500 Quadratmetern – das entspricht 78 Prozent der Verkaufsfläche – sollen Möbel und Küchen angeboten werden. Auf den restlichen 8000 Quadratmetern sollen nicht weiter spezifizierte Sortimente Raum finden. Wie Meyer ausführte, hat die Firma BBE aus Köln die Wettbewerbssituation und Auswirkungen eines solchen Möbelhauses auf die umliegenden Standorte analysiert. Im Umkreis von 20 Kilometern gibt es Möbelhäuser in Pirmasens, Homburg und Zweibrücken. „Negative städtebauliche Auswirkungen sind da nicht zu erwarten“, sagte Meyer. BBE habe auch negative Auswirkungen auf die benachbarten zentralen Orte ausgeschlossen. Um das Möbelhaus bauen zu können, müsse zunächst der Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde geändert werden. Derzeit ist die Truppacher Höhe dort als 12,8 Hektar große Gewerbefläche dargestellt. Großflächiger Einzelhandel ist außer in der Innenstadt nur in Sondergebieten zulässig. Deshalb soll ein Teil der Fläche als Sondergebiet Handel ausgewiesen werden. Der neue Flächennutzungsplan soll deshalb laut Doris Meyer 5,3 Hektar als Sonderbaufläche ausweisen, die restlichen 7,5 Hektar als Gewerbefläche. Das Plangebiet besteht überwiegend aus landwirtschaftlichen Flächen, im Nordosten gibt es ein kleines Wäldchen, das als Biotop ausgewiesen ist, und im Untergrund sind Bunkeranlagen vorzufinden. Der Regionale Raumordnungsplan Westpfalz weist die Truppacher Höhe als „Siedlungsfläche Industrie und Gewerbe“ aus. Da das geplante Sondergebiet von dem übergeordneten Raumordnungsplan abweicht, muss die Planung durch ein Zielabweichungsverfahren geklärt werden. Die Kosten für dieses Verfahren – wie auch für den Flächennutzungs- und den späteren Bebauungsplan – trägt der Investor. Die Erschließung des Geländes soll über die A 8 und einen Kreisel an der Steinhauser Straße erfolgen. Wer in der Stadtratssitzung erwartet hatte, zu erfahren, welches Möbelhaus Kleinpoppen auf der Truppacher Höhe ansiedeln will, wurde enttäuscht. Svenja Schneider, Assistentin der Geschäftsführung bei Kleinpoppen, verriet jedenfalls nicht, welche Marke auf dem Dach des Gebäudes prangen wird. Die Firma Kleinpoppen kaufe seit 1987 bundesweit Grundstücke, trete als Investor und Vermieter auf und baue nach den Vorstellungen der künftigen Mieter. Das Möbelhaus an der A 8 mit einer Verkaufsfläche von fast 40.000 Quadratmetern „wird 350 Arbeitsplätze bieten, davon je die Hälfte in Vollzeit und in Teilzeit“, so Schneider. |ts