Rheinpfalz Nein zu Waldkindergarten

Placeholder-Image

Im Mittelpunkt der Ratssitzung in Steinbach stand die Kindertagesstätte „Nimmerland“: Bei einer Enthaltung entschloss sich der Gemeinderat, am bestehenden Kindergartengebäude einen zweigeschossigen Erweiterungsbau anbauen zu wollen. Damit ist die aus Kostengründen diskutierte Lösung eines Waldkindergartens vom Tisch.

Der Rat von Henschtal, der sich bisher tendenziell auch für einen Waldkindergarten ausgesprochen hatte, muss nun ebenfalls einen Beschluss fassen. Die Gemeinde hat mit Steinbach eine Zweckvereinbarung und muss deshalb etwa ein Drittel der Kosten tragen. Der Anbau, der nach einer ersten Schätzung zirka 812.000 Euro kosten wird, soll von der Hauptstraße gesehen mitten am bestehenden Gebäude errichtet werden. Vor der Abstimmung unterbrach Ortsbürgermeister Jörg Fehrentz die Sitzung und gab Manuela Blees, Leiterin der Einrichtung, die Möglichkeit, die Kita vorzustellen sowie die derzeitige Platzsituation zu schildern. Blees zeigte zusätzlich auf, wie viel Platz künftig benötigt wird, um den gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden. Mit der Entscheidung hat sich der Rat grundsätzlich von der Idee einer Waldgruppe in Steinbach verabschiedet. Grund des Umdenkens war ein Besuch des Waldkindergartens Theisbergstegen, von dem Ortsbürgermeister Fehrentz berichtete. Sein Hauptargument gegen eine Waldgruppe waren die langen Wege von der Kindertagesstätte hin zu den potenziellen Standorten für eine solche Gruppe. Dem Forstwirtschaftsplan 2019, der laut Prognose unterm Strich mit einem Plus von knapp 1000 Euro abschließen soll, stimmte der Rat zu. Auch die Steinbacher Gemeindevertreter bekundeten Interesse an einem Forstzweckverband, für den Revierförster Andreas Bonin warb. Laut Bonin ist schon heute das Revier Glan-Münchweiler mit seinen zirka 1200 Hektar großen Waldflächen aus Sicht des Landesforstes zu klein. Erst ab einer Größe von 1500 Hektar rechtfertige ein Revier den Einsatz eines staatlichen Revierförsters, zitierte Bonin die Behörde. Aus ökonomischen Gesichtspunkten bezeichnete er den Revierzuschnitt in seinem heutigen Konstrukt „als uninteressant für leistungsfähige Unternehmen“. Der Förster untermauerte seine Aussage mit dem Hinweis, dass derzeit Holzerntemaschinen über Landstraßen zu weit auseinanderliegenden Waldflächen bewegt werden müssten. Diese Fahrtkosten kalkulieren Firmen in die Holzaufbereitung ein. Wegfallen würden bei einem Zweckverband auch die jährlich aufzustellenden Wirtschaftspläne. Nicht die kommunalen Waldbesitzer bestimmten dann über den jährlichen Holzeinschlag in ihren Wäldern, sondern die Hiebzahlen würden durch das zehnjährige Einrichtungswerk bestimmt. Bonin betonte, dass dies nicht das Brennholz für Selbstwerber betreffe, hier werde er weiterhin mit den Gemeinden zusammenarbeiten.

x