Rheinpfalz Narren lassen die Puppen tanzen

Die Wefa-Garde legte einen furiosen Tanz aufs Parkett.
Die Wefa-Garde legte einen furiosen Tanz aufs Parkett.

Fast 140 junge Tänzerinnen, teils uniformiert, teils bunt kostümiert, eroberten am Sonntagnachmittag die Narrenbühne in der Herschberger Bürgerhalle. Die 10. Kinder- und Jugend-Wefa war der Anlass für 14 Karnevalsvereine aus der Westpfalz, mit ihren Jugendabteilungen auf die Sickingerhöhe zu kommen.

Angelehnt an die traditionsreiche „Westricher Fasnacht“ (Wefa), die es seit 1962 gibt, wurde das Pendant für den Nachwuchs vor zehn Jahren in Ramstein-Miesenbach ins Leben gerufen und geht seither auch jedes Jahr an verschiedenen Orten über die Bühne. Ausrichter waren diesmal die Herschberger Narren, die selbst intensive Jugendarbeit betreiben und in deren Reihen rund 90 Tanzbegeisterte aller Altersstufen diesem mittlerweile sogar anerkannten Tanzsport nachgehen. Zusammen mit dem Jugend-Arbeitskreis des Bezirks hatten die Herschberger Fasnachter die umfangreichen Vorbereitungen gestemmt und auch, wie die Jugendbeauftragte Silke Kappler betonte, für eine reibungslose Organisation gesorgt. Wie es sich für eine Jugendveranstaltung gehört, kamen auch die beiden Moderatorinnen aus diesem Kreis. Laura Diehl (Kaiserslautern) und Lena Lodziewski (Herschberg), beide 14 Jahre alt, haben diese Aufgabe bei ihrer Premiere bestens gelöst und hatten ihr natürlich vorhandenes Lampenfieber „gut im Griff“, obwohl sie beide auch noch als Tänzerinnen mit ihrer Gruppe gefordert waren. Mit einem Glanzpunkt wurde das Programm eröffnet, als die sogenannte „Wefa-Garde“ einen furiosen Tanz aufs Parkett legte. Bei diesem Tanz-Projekt treten rund 20 Junioren aus elf Gesellschaften in ihren jeweiligen Vereinsfarben auf und bringen so ein buntes Bild auf die Bretter der Fasnachtswelt. Für die Mädels bedeutet das natürlich neben den Proben im eigenen Verein alle 14 Tage ein Extra-Training, das nur mit dem Spaß an der Sache aufzuwiegen ist. Danach wirbelten allerliebste Tanzmariechen, solo oder als Duo, übers Parkett und waren sich – ganz junge Damen – ihrer Wirkung aufs Publikum bewusst. Von den Gastgebern rockten die „Grashüpfer“ die Bühne und die Herschberger Junioren setzten mit ihrem Gardetanz einen flotten Schlusspunkt. Schneidige Marschtänze kamen auch vom KV Annweiler und der KU Miesau, während die Rot-weißen aus Kaiserslautern den „König der Löwen“ aus dem Käfig und die Kuseler Jugendgarde „die Puppen tanzen“ ließen. Schade eigentlich, dass wegen zweier krankheitsbedingter Absagen nur eine Büttenrede die Tanzdarbietungen ergänzte. Das Herschberger Brüderpaar Jannik und Niklas Hirsch musste deshalb alleine für die Lacher beim Publikum sorgen. Hoheitlichen Charme verbreiteten mehrere Kinderprinzessinnen und ein Prinzenpaar, während sich mehrere Tollitäten mit ihren Vereinen unters Publikum gemischt hatten. Begeistert von dieser Jugendarbeit zeigten sich auch Landrätin Susanne Ganster wie auch Bezirksvorsitzender Peter Schwiewager aus Kaiserslautern bei ihrem Besuch in Herschberg.

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