Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Transparenz stärkt auch das Theater

Nicht alles, was das Pfalztheater in letzter Zeit tat, wurde bejubelt. Die Stadt fordert mehr Transparenz.
Nicht alles, was das Pfalztheater in letzter Zeit tat, wurde bejubelt. Die Stadt fordert mehr Transparenz.

Die Forderung nach Mitsprache und Transparenz beim Theater ist berechtigt. Letztlich haben Stadt und Bezirksverband doch dasselbe Ziel.

Es ist schön, dass die Zuschauerzahlen am Pfalztheater wieder steigen. Der Bezirksverband klopfte sich vor den Stadtvertretern dafür mehr als demonstrativ auf die eigene Schulter. Doch dies ist nicht das Ergebnis von Böhms, sondern hauptsächlich vom Beckmanns Arbeit. Auch wenn Böhm dessen Spielplan mit seinen Teams umgesetzt hat. Sagen kann der Bezirksverband dies öffentlich nicht, denn damit würde er zugeben, dass Beckmann nachgesteuert und letztlich nicht alles falsch gemacht hat. Und sein Rauswurf vielleicht zu früh war.

Argumentieren kann man nun in beide Richtungen: Lasst Böhm gerade deshalb erstmal Zeit sich zu beweisen! Oder: Schreibt aus, dann hat Böhm die Chance, sich im regulären Verfahren zu beweisen und mehr Legitimation! Da der Bezirksverband eh die Entscheidungsgewalt hat, hat er kaum etwas bei einer Ausschreibung zu verlieren.

Dass die Stadt – oder die Mehrheit des Kulturausschusses – auf ihr eh sehr begrenztes Mitspracherecht pocht, ist verständlich. Denn über Böhms Weiterbeschäftigung nach der kommissarischen Leitung wurde sie erst im Nachhinein informiert. Den vollendeten Tatsachen konnte sie lediglich zähneknirschend zustimmen. Und da die klamme Stadt einen großen Teil der Kosten trägt, ist es verständlich, dass sie wissen will, wie der Bezirksverband das Theater wirtschaftlicher aufstellen will.

Letztlich haben ja alle dasselbe Ziel – oder sollten es haben: Ein Theater, das nicht mehr Geld als nötig verschlingt und das ein sowohl anspruchsvolles als auch publikumsnahes Programm bringt. Da kann man den Westpfälzern durchaus mal was zutrauen. Und um es quasi mit Böhms Worten zu sagen: Die Mischung macht’s.

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