Rheinpfalz Nahwerk soll in Barbarossa-Bäckerei ziehen

2018 war für die Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben ein Jahr mit weitreichenden strukturellen Veränderungen, resümierte Bürgermeisterin Anna Silvia Henne am Sonntag beim Neujahrsempfang, den Mitglieder des Volkschors musikalisch perfekt umrahmten. Die Veränderungen betreffen vor allem das Elektrizitäts-Werk der Gemeinde, das in Kooperation mit den Stadtwerken Kaiserslautern in die neu gegründete Nahwerk Energie GmbH eingebracht wurde (die RHEINPFALZ berichtete).
Das ermögliche der Gemeinde, auf dem Energiemarkt weiter zu bestehen. „Jetzt kann die Ortsgemeinde wie ein Wirtschaftsunternehmen agieren und ihren Kunden neue Angebote machen. Das war als Gemeindebetrieb nicht möglich“, sagte Henne. Mit der Nahwerk GmbH verbinden sich einige Ideen für 2019. Es ist geplant, die Geschäftsstelle in die ehemalige Barbarossa-Bäckerei im Ortszentrum zu verlegen. Dort würde Leerstand beseitigt und am vielbefahrenen Kreisel wäre die neue Gesellschaft gut sicht- und erreichbar. Henne, Kai Kock von den Stadtwerken Kaiserslautern und Nahwerk-Geschäftsführer Martin Pfeifer erläuterten Ideen, die Geschäftsstelle für weitere Angebote zu öffnen. Tourismus, Präsenzstelle für den Wirtschaftsförderkreis, mit dem bereits ein Gespräch geführt wurde, sind ebenso denkbar wie eine zentrale Anlaufstelle für das Kulturprogramm. Geführte Wanderungen könnten angeboten werden – mit Beate Grünewald verfügt die Gemeinde jetzt über eine zertifizierte Wanderführerin –, und das Thema E-Mobilität könnte ganz neu aufgestellt werden, sagte Peifer. Was das Wandern anbelangt, soll 2019 das Besucherlenkungskonzept mit einer Konzentration auf wichtige Wanderwege umgesetzt werden. Dafür sind verstärkt Unterhaltungsmaßnahmen an den Wegen geplant. Finanziell ist die Gemeinde nicht auf Rosen gebettet. Wegen der Haushaltslage müssen alle Investitionen und größeren Anschaffungen einzeln von der Kommunalaufsicht genehmigt werden. Die Kommune sei aufgefordert, ihre Einnahmen zu erhöhen und ihre Ausgaben auf das Notwendigste zu beschränken, sagte Henne. Aber die Zusammenarbeit mit der Kommunalaufsicht sei gut. Das habe sich unter anderem beim Golfplatzverkauf gezeigt. Der Ausbau Helle-Röder-Straße kann starten. Für den geplanten Ausbau der Höhstraße beginnt das teure gerichtliche Beweissicherungsverfahren, das Grundlage dafür sein wird, wie es dort überhaupt weitergeht. Erfreulich sei, dass der Kreis die Mittel freigegeben habe, damit ein Ingenieurbüro das bisherige Städtebausanierungskonzept endgültig abrechnen kann. Die letzte Maßnahme in diesem Programm war der Bau des Parkplatzes in der Welschstraße. Ohne die Schlussabrechnung kann kein neues Zuschussprogramm angegangen werden. Eine Weiterentwicklung im Bereich Energie sparen und Ressourcen schonen erhofft sich die Gemeinde als Teilnehmer am energetischen Quartierskonzept. Erfreulich ist laut Henne, dass nicht nur der Wasserpreis gesenkt werden konnte, sondern nun auch das Land den Zuschuss in Form eines zinslosen Darlehens in Höhe von 1,256 Millionen Euro für den Bau der Notwasserversorgung für den Ortsteil Burgalben gewährt habe. Drei Jahre sind für das Projekt veranschlagt. Für den Anschluss an den Wasserzweckverband Sickingerhöhe-Wallhalbtal wird eine Leitung von Burgalben nach Höheinöd gebaut. Den Ort schöner machen und dabei sparen: Wie das geht, erläuterte Henne am Beispiel des Kreisels. Durch die Dauerbepflanzung konnten die jährlichen Unterhaltungskosten von 1400 auf 800 Euro gesenkt werden. Bürger, die ehrenamtlich Grünflächen pflegen oder, wie Horst Weidler, die komplette Friedhofsmauer sanieren, tragen dazu bei, dass die Gemeinde Geld spare. Es seien Blumenwiesen angelegt worden, um den Mähaufwand zu reduzieren. Der Kreis habe 70 Bäume und Hunderte Heckenpflanzen bereitgestellt. 4000 Blumenzwiebeln, die dank privater Spenden gepflanzt wurden, sollen den Ort erblühen lassen. Das 50-jährigen Bestehen der Doppelgemeinde wird im kleineren Rahmen im Sommer gefeiert. Bis dahin soll das Heimatmuseum weitgehend saniert sein. Der Ausbau der gemeindlichen Kindertagesstätte in Burgalben gehöre zu den Projekten mit hoher Priorität. Räume, die zuvor für die Grundschule benötigt wurden, können nun umgenutzt werden. Binnen zwei Jahren sei eine „tolle Ganztagsschule“ entstanden, erinnerte Verbandsbürgermeister Lothar Weber an den Abschluss eines Großprojektes der Verbandsgemeinde, von dem die Ortsgemeinde profitiere.