Rheinpfalz Nachttopf und Beißzange
Ein arbeitsscheuer und trinkfester Bauer, stellvertretender Bürgermeister und Kulturdezernent, will mit der neuen Kellnerin anbandeln. Listig will er ein Theaterstück inszenieren, um sich dieser unauffällig zu nähern. Doch seine resolute Ehefrau erfährt davon und dreht den Spieß um. Die Liebes- und Verwechslungskomödie „Alles Bauerntheater“ von Erich Koch wurde am Freitag und Samstag im Sängerheim Lohnweiler vor vollem Haus gespielt.
Alfons (Sonnhart Maurer) ist Stammgast in der Gaststätte Mareczek. Die neue Kellnerin gefällt ihm. Damit seine Frau keinen Verdacht schöpft, will der Kulturdezernent für den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ mit einem Theaterstück für Schwung und Kultur in der Gemeinde sorgen. „Der Schöne und das Biest“ mit ihm in der männlichen und der Kellnerin in der weiblichen Hauptrolle soll ihn seinem Glück näherbringen. Zusätzlich möchte er auch die ledige Schwägerin Hilde, Uhu und halbverweste Beißzange genannt (Petra Müller), mit ihrer „Männerabschreckungsvisage“ loswerden. Alfons und Hilde streiten nicht nur ständig miteinander, auch ihre Uh-uh-uh-Rufe nerven ihn, ganz zu schweigen davon, dass Alfons dank der Schwägerin immer wieder Ärger mit seiner resoluten Frau Agnes (Manuela Schneider) bekommt. D Um Hilde loszuwerden, eine Kuh zu verkaufen und ungestört beim Theater mit der Kellnerin ein Techtelmechtel beginnen zu können, setzt Alfons mit seinem verwitweten und ebenfalls trinkfesten Freund Heinz (Matthias Welker) ein Inserat auf. Bald darauf soll ein Casting stattfinden, bei dem nur die Kellnerin für die weibliche Hauptrolle vorsprechen soll. Doch die Pfarrköchin (Elke Weichel) erfährt von dieser Verschwörung. Sie möchte den versoffenen Sündern eine Lektion erteilen. Dass dies gewaltig ins Auge gehen kann, bekommt auch der saarländische Altwarenhändler (Thomas Schreiner) schmerzvoll zu spüren. Doch nicht nur sie und Hilde vermöbeln den hilflosen Lump, auch Heinz schlägt den vermeintlichen Dieb mehrfach mit dem Nachttopf nieder. Die hippe, leicht ausgeflippte Bauerntochter Eva (Alina Schneider) hält nicht viel von Männern, bis das Muttersöhnchen Hans (Max Mathejat) auftaucht. Während sie ihm etwas Stil verleihen will, startet sie mit den anderen Frauen ein Verwirrspiel. Das Chaos perfekt machen ein Nachttopf und ein Einbrecherduo, dem das Handwerk gelegt werden soll. Die Laiendarsteller haben nach mehrmonatigen Proben mit Lokalkolorit, großer Spielfreude und gekonnter Inszenierung für zahlreiche Lacher und Szenenapplaus beim aufmerksamen Publikum gesorgt, welches sich auch lautstark am angestimmten „Humba, humba, tätärä“ beteiligte.