Kultur Südpfalz Musik für fremde Musiker

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Ein Beweis der Solidarität mit Flüchtlingen: Das Benefizkonzert von Peter Kusenbach am Sonntag in der Marktkirche in Bad Bergzabern war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Großaufgebot von rund 150 Musikern erspielte gut 2000 Euro an Spenden für ein musikalisches Projekt mit Asylbewerbern, das am 7. Dezember im Haus der Familie des protestantischen Dekanats unter Federführung Kusenbachs beginnt.

„Sie fanden es ganz toll“, erzählt Integrationshelferin Sabine Kerstan nach dem Konzert von den Reaktionen der acht Besucher aus Eritrea, die sie mitgebracht hatte. Mit dabei war auch eine Mutter mit einem wenige Wochen alten Baby, das trotz der mächtigen Akustik im Kirchenraum das ganze Konzert über ruhig schlief. „Sehr gut“ findet Sabine Kerstan auch die Idee, regelmäßig mit den Flüchtlingen zu singen oder zu musizieren, wie es Peter Kusenbach ab dem 7. Dezember vorhat. „Es gibt Studien, die belegen, dass Singen bei Traumata hilft“, sagt sie. Die Hoffnung des Musikers und Dirigenten Peter Kusenbach, dass das Konzert ein Erfolg wird, hat sich mehr als erfüllt. „Auf die Idee, mit Flüchtlingen Musik zu machen und zu singen und vielleicht eine eigene Musikgruppe zu gründen, hat mich RHEINPFALZ-Fotograf Paul van Schie gebracht, als wir uns zufällig getroffen haben“, erzählt der Chor- und Bandleiter zu Beginn des Konzerts dem Publikum. Und er wäre nicht Peter Kusenbach, wenn er diesen Vorschlag nicht begeistert umgesetzt hätte, viele Ideen zu Musikprojekten mit Flüchtlingen hat und mit Sicherheit mindestens eine davon umsetzen wird. In der Marktkirche galt es zunächst mit den Musikern, mit denen Kusenbach teils schon lange probt und auch viele Konzertreisen ins Ausland gemacht hat, den rund zweistündigen Abend zu füllen. Das große musikalische Spektrum kam sehr gut an. Die Junior Big Band spielte unter anderem den Magna Charta Marsch, „Peace to the world“ brachte der Frauen-und Mädchenchor „Young Voices“ aus Steinfeld zu Gehör, ein anrührend zum Thema des Abends passendes Lied. Still war es beim „Ave Maria“ und „Irish Blessing“ des Kammerchors „Palatina Vocalis“, die nach ihrer Darbietung begeisterten Applaus erhielten. Die Big Band de Luxe und die Big Band Royal und ihre Sängerinnen brachten unter anderem mit Titelmelodien aus James Bond Filmen in eine Kirche sicher selten gehörte Töne. „We are the world“ von Michael Jackson und Lionel Richie war das Schlusslied für alle und wurde zweimal gesungen und gespielt – von allen Musikern und dem Publikum. Ein mächtiger Chor, der für sich sprach. Stehend erhielten die Musiker langanhaltenden Beifall. „Die vor der Gewalt fliehen brauchen Menschen, die sie als das sehen, was sie sind: Menschen“, gab Dekan Dietmar Zoller zu Beginn des Konzerts den Besuchern mit auf dem Weg. Kaum war der letzte Ton verklungen, wurde Peter Kusenbach direkt von einem Asylbewerber aus Afghanistan angesprochen, der in seiner Heimat Saxofon gespielt hatte und nun wieder spielen will. Keine Frage, er wird sicher demnächst irgendwo musizieren können. Info —Der erste Termin für das musikalische Projekt mit Flüchtlingen, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, ist am Montag, 7. Dezember, um 18 Uhr im Haus der Familie in der Luitpoldstraße 22. —Wer Flüchtlinge kennt, die gerne mitmachen würden, kann sich auch mit Peter Kusenbach in Verbindung setzen: E-Mail kusenbach@t-online.de, kontakt@peter-kusenbach.de. (pfn)

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