Kultur Südpfalz Musik aus den USA

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Die Straßburger Philharmonie ging zwar nicht nach Hollywood, sondern „nur“ ins elsässische Weißenburg. Aber dort spielte das Orchester zum Auftakt der neuen Saison im Relais Culturel ein rein amerikanisches Programm.

Unter dem jungen britischen Gastdirigenten Nicholas Collon entfalteten die Streicher der Straßburger Philharmoniker zunächst in kleiner Besetzung das Adagio for Strings von Samuel Barber sehr durchhörbar. Der getragene Charakter des Stückes wurde schön zur Geltung gebracht, ebenso wie die nachdrücklich musizierte Steigerung. Ausgesprochen erfrischend klang das jüngste Stück des amerikanischen Abends. John Corigliano schrieb das Oboenkonzert 1975 ohne sich dabei um die zeitgenössischen musikalischen Strömungen in Europa zu kümmern. Wahrscheinlich macht Coriglianos Oboenkonzert deshalb so viel Spaß, weil man das Augenzwinkern des Komponisten hören kann. Corigliano setzte das Soloinstrument in Kontrast zu allen möglichen, vor allem ungewöhnlichen, Stimmgruppen des Orchesters. Im ersten Satz Tuning Games antwortet gern das üppig besetzte Schlagwerk auf die Solooboe. Klangschön präsentierten die Orchesterklarinetten das ruhige Thema des zweiten Satzes, das vom Solisten Sébastien Giot aufgegriffen und weiter geführt wurde. Die Streicher unterlegten das mit einem zart gewirkten Klangteppich. Unvermittelt und damit sehr effektvoll ließ Dirigent Collon das Scherzo hereinbrechen. Giot und dem Orchester gelang der fliegende Wechsel in eine völlig andere, nämlich schnelle und rhythmische Klangwelt. Die Aria des Oboenkonzerts erhielt durch den Einsatz der Harfe eine unverwechselbare Note. Sébastien Giot spielte hier den Solopart wunderbar gesanglich und verlieh der Solokadenz eine faszinierende Intensität. Im Finalsatz verarbeitete der Komponist musikalische Eindrücke einer Marokko-Reise. Gekonnt zauberten der Oboist und das Orchester orientalisches Flair in elsässische Weißenburg. Appalachian Spring wurde ursprünglich als Ballettmusik komponiert, wenig später machte der Komponist Aaron Copland daraus eine Orchestersuite, die wesentlich geläufiger ist als das Tanzstück. Unter Nicholas Collons engagierter Leitung illustrierte die Straßburger Philharmonie detailliert die Klangmalerei des „Frühling in den Appalachen“. Man kann sich dazu mühelos die Hauptfiguren des Balletts vorstellen, ein junger Farmer und seine Braut beziehen gerade ihr neu errichtetes Haus und blicken, wie könnte es anders sein, optimistisch in die Zukunft. Konsequent amerikanisch blieb das Orchester auch in der Zugabe, dem lässig gespielten Ragtime „The Entertainer“ von Scott Joplin. (nl)

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