Rheinpfalz Moderator und Teamspieler

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Lauterecken/Otterbach. Der neue Dekan ist der alte. Und doch wartet auf Matthias Schwarz im Kirchenbezirk „An Alsenz und Lauter“ Neuland. „Das Zusammenwachsen kann dauern“, sagt der 51-Jährige, der in diesem Prozess durchaus zu Experimenten bereit ist.

Schwarz selbst sieht sich eher als Moderator und Teamspieler denn als Alleinherrscher. Vielmehr will er die Kirchenmitglieder am Zusammenwachsen beteiligen, „dann empfinden sie es auch als ihre Kirche“. Nach seiner Wiederwahl 2014, bei der die Synode geschlossen für Schwarz votiert hatte, sowie der großen Zustimmung am Samstag (wir berichteten) beginnt der Dekan seine neue Aufgabe mit großem Rückhalt. Dies hilft ihm, denn er weiß: „Es riecht nach Arbeit.“ Um die Menschen im Dekanat kennenzulernen, wird er viel unterwegs sein. War er bisher zur Hälfte Gemeindepfarrer, hat er nun vor allem mit Verwaltung zu tun. Matthias Schwarz, in Speyer geboren, wuchs in Böhl-Iggelheim auf. Neben der landeskirchlichen Tradition – der Großvater war Presbyter – sei er auch durch die pietistische Gemeinschaft geprägt worden, sagt er in seiner Vorstellung vor der Synode. Als sein Zwillingsbruder an Leukämie erkrankte, erhielt die Familie Unterstützung von Diakonissen. Die Schwestern begleiteten die Familie in der schweren Zeit. „Da entstand eine tiefe Verbundenheit“, schildert Schwarz. Seine Geschwister und er wurden bewusst im christlichen Glauben erzogen. Als Jugendlicher engagierte er sich in der Kirche – die Berufswahl kam nicht überraschend. Zum Theologie-Studium hat ihn sein Religionslehrer ermutigt. Studienorte waren Heidelberg und Tübingen, das Vikariat absolvierte er in Dahn und beim Missionarisch-Ökumenischen Dienst in Landau. 2004 wurde der verheiratete Vater dreier Kinder zum Dekan des Kirchenbezirks Otterbach gewählt. Zuvor war er zehn Jahre Pfarrer in Jettenbach. In dem Musikantendorf gründete der Musikbegeisterte die Singgruppe „Himmel und Erde“. Die Formation wird auch den Festgottesdienst zu seiner Einführung am 5. Juni, 14 Uhr, in der Otterberger Abteikirche begleiten. Neben der Musik – Schwarz spielt Klavier und Gitarre – gehört Fußball zu seinen Hobbys. „Wir sind eine fußballverrückte Familie“, verrät der Pfarrer, der als Jugendleiter beim FC Phönix Otterbach aktiv ist. Den demografischen Wandel sieht Schwarz, der auch Mitglied der Landessynode und deren Vizepräsident ist, als große Herausforderung: Weniger Geld, weniger Kirchenmitglieder, weniger Pfarrer und größere Strukturen – dies alles verlange viel Engagement. Doch „gelingende Integration gibt es nicht zum Nulltarif“, weiß er. „Menschenfreundlich und offen“ möchte er Kirche gestalten. Dabei kommen ihm seine „lebendige Art sowie Humor und Freundlichkeit“, wie das Presbyterium seinen Pfarrer charakterisiert, zugute. (suca)

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