Rheinpfalz Mittwochs bei Emil
«Bad Dürkheim.» Wer an einem Mittwoch durch den Pfälzerwald wandert und in einer der zahlreichen Hütten einkehrt, hat gute Chancen dort Emil Bernhardt zu treffen. Mit der Gitarre bringt „de Emil“ pfälzisches und internationales Liedgut zu Gehör. Am 24. Mai hat der weit über die Pfalz hinaus bekannte Musiker seinen 70. Geburtstag gefeiert.
Entweder solo oder in Begleitung seiner Kumpels Willy Korn und Otto Schoninger – dann als Pälzer 1 a – macht sich „de Emil“ in der Wochenmitte auf in den Wald: „Wir spielen immer mittwochs, da haben die Rentner Zeit, weil die Arztpraxen nachmittags geschlossen haben“, erklärt Emil schmunzelnd. Bei Liedern wie „Pälzer wie mir“, „Ich bin vun de Palz“ oder Songs von Andreas Gabalier würde die ganze Hütte mitsingen, ergänzt er. Der in Ludwigshafen geborene Künstler, der in Maxdorf aufwuchs und seit 2001 in Hausen wohnt, begann nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zum Buchdrucker. In diesem Beruf war er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2004 tätig, zuletzt ab 1975 als Offsetdrucker bei der BASF. Musikalische Lorbeeren sammelte er in den 1990er-Jahren mit der Band Runaways und später mit der Oldies-Band Good Times. Damals gab es sogar Auftritte in Las Vegas und San Francisco in den USA. Die Liebe zum Pfälzerwald, zur Natur und zum Wandern hat er nach seiner Pensionierung entdeckt. Die Idee, diese mit der Musik zu verknüpfen, entstand im Waldhaus Lambertskreuz, wo ein paar Musiker die Gäste unterhielten. Seitdem steuert er jeden Mittwoch eine andere Pfälzer Hütte an, um dort kostenlos aufzuspielen. Seine ständig wachsende Fangemeinde kann das Monatsprogramm im Internet unter Pälzer 1 a abrufen. „Ich kenne Emil schon über zehn Jahre, und er fasziniert mich immer wieder mit seiner Freude an der Musik“, berichtet Lothar Dippel (75) aus Neustadt. Emil sei die Ruhe in Person, bescheiden und unaufgeregt und ein ganz feiner Mensch, ergänzt er. Ute Starkl (53) aus Wanne-Eickel, die schon seit Jahren so oft es geht in die Pfalz kommt, bewundert seine Sportlichkeit. „Ich habe schon an einigen Wanderungen mit Emil in den Alpen und in der Pfalz teilgenommen, und es war nicht immer leicht, mit ihm Schritt zu halten“, sagt sie. Im Juli wolle man elf der zwölf Gipfel über 600 Meter im Pfälzerwald an einem Tag bewältigen, fügt sie hinzu. Zu der großen Geburtstagsparty im Weinhaus am Sonnenberg in Weisenheim am Berg, die von Regina Hilpert und Andreas Wendel organisiert wurde, ließen über 100 Gäste, Freunde und Wegefährten „de Emil“ hochleben. Da er sich sein Geburtstagsständchen nicht selbst spielen musste, sorgten zusätzlich Peter Schatral, Heinz Illner, Bernd Wehrum, Uwe Hannewald, Wolfgang Sandel sowie Willy Korn und Otto Schoninger von Pälzer 1 a für die humoristische und musikalische Unterhaltung. „Emil muss man lieben, damit man es mit ihm aushält“ sagt Isabella (58), die zweite Frau von Emil, mit der er die gemeinsame Tochter Jessica (19) hat. Emil sei ein Mensch, der seine Freiheit benötige. Wenn er sportlich oder mit der Musik unterwegs sei und sie ihn nicht mit begleiten würde, suche sie Entspannung und Ruhe bei Spaziergängen mit den zwei Hunden, fügt sie hinzu. „Das war heute ein toller Nachmittag in einem super Ambiente, und ich danke allen, die heute gekommen sind, um mit mir zu feiern“, gibt Emil abschließend sichtlich gerührt zu Protokoll.