Rheinpfalz Mit weniger glücklich: das „Downshifting“

Für das, was Chefkoch Enrico Netto gemacht hat, gibt es in den USA seit den 1990er-Jahren einen eigenen Begriff: Mit „Downshifting“ – in etwa: herunterschalten – wird der Trend umschrieben, im Beruf zugunsten des Privat- und Familienlebens kürzer zu treten. Geprägt hat den Begriff der US-Wirtschaftswissenschaftler Charles B. Handy. Bekanntgeworden ist das Phänomen in Deutschland auch durch mehr oder weniger prominente Beispiele: So leitet Angie Sebrich, ehemalige Kommunikationschefin des Musiksenders MTV, eine Jugendherberge in Bayern – und wurde vom Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ als „Deutschlands Vorzeige-Downshifterin“ bezeichnet. Statistisch schlägt sich das Phänomen hierzulande allerdings nicht nieder: Laut Statistischem Bundesamt haben Vollzeitbeschäftigte im Jahr 2014 durchschnittlich 41,5 Stunden gearbeitet. Dabei fällt auf, „dass die Arbeitszeit besonders bei den Vollzeitbeschäftigten über die Jahre relativ konstant geblieben ist“, so die Behörde. Dabei empfinden viele Arbeitnehmer allerdings eine zunehmende Arbeitsverdichtung: Nach einer DGB-Umfrage aus dem Jahr 2014 glauben 63 Prozent der Befragten, sie müssten während ihrer Arbeitszeit mehr arbeiten als im Jahr zuvor. (ras)