Rheinpfalz Mit gutem Beispiel vorangehen

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Die drei Kaiserslauterer Pfarreien Heilig Geist, Heiliger Martin und Maria Schutz haben ihre Bereitschaft bekundet, nicht mehr genutzte kirchliche Immobilien, wenn möglich, als Wohnraum für Flüchtlinge bereitzustellen. Damit kommen sie einem Aufruf von Papst Franziskus entgegen, der angesichts der Flüchtlingsströme an christliche Gemeinden in Europa appelliert hat, Flüchtlingen Unterkunft zu gewähren.

„Um glaubwürdig zu bleiben, muss die Kirche mit gutem Beispiel vorangehen“, so Pfarrer Andreas Keller von der Pfarrei Heiliger Martin. Kirche müsse Menschen in Not helfen. Dazu gehöre auch ein Beitrag zur Integration von Flüchtlingen. Nicht alle Pfarrhäuser würden mehr von Geistlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern genutzt, verwies er auf das ehemalige Pfarrhaus von St. Anton in Mehlingen. Es befinde sich zurzeit im Umbau und könnte nach der Renovierung als Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stehen. Pfarrhäuser wie die in Erzhütten und Enkenbach seien bereits an Privatleute vermietet. Durch längere Mietverträge würden sie als Unterkunft für Flüchtlinge gegenwärtig ausscheiden, so Keller. „Gewisse Ressourcen sind vorhanden“, so Pfarrer Friedrich Schmit von der Pfarrei Heilig Geist. Schmit brachte das Thema bei der jüngsten Sitzung des Pfarreirats zur Sprache. „Wir müssen überlegen, welche kirchlichen Immobilien dafür in Frage kommen und ein Zeichen setzen“, nannte er als konkretes Beispiel das Pfarrhaus in St. Konrad. Dort ist die erste Etage als Wohnung bereits vermietet. Nach einem Umbau könnten die Räume des Pfarrbüros im Erdgeschoß als vorübergehende Wohnung für Flüchtlinge genutzt werden. Denkbar wäre auch eine Nutzung weiterer Gebäude in Gemeinden der Pfarrei Heilig Geist. Inwieweit Immobilien für Flüchtlinge tatsächlich bereitgestellt werden können, darüber müsste der im Oktober neu zu wählende Verwaltungsrat befinden. Bei den Mitgliedern des Pfarreirats stießen die Überlegungen Schmits auf eine positive Resonanz. Ergänzt wurden sie durch Vorstellungen, Wohnraum auch auf privater Ebene anzubieten und Flüchtlinge aus fremden Kulturen interkulturell zu begleiten. „Wir tun, was wir können“, sagt Pfarrer Ulrich Weinkötz von der Pfarrei Maria Schutz. Zurzeit stehe das Pfarrhaus der Gemeinde St. Laurentius in Hochspeyer leer. Es würde sich zur Unterbringung von Flüchtlingen anbieten. Zusammen mit der Diözese Speyer und der Kirchenstiftung müsste über eine Verwendung des Gebäudes nachgedacht werden statt eines Verkaufs. Bereits seit längerer Zeit bietet die Pfarrei Maria Schutz Räume für Sprachkurse für Flüchtlinge an. Das „Angebot wird leider nur zum Teil genutzt“. Umso notwendiger sei eine Koordinierungsstelle. Auch gebe es in den Gemeinden der Pfarrei vereinzelt private Initiativen, die Flüchtlingen zugutekommen. Mit seiner Botschaft, Flüchtlingen Herberge zu gewähren, habe der Papst in vielen Pfarreien der Bundesrepublik offene Türen eingerannt, meint Weinkötz. Doch nicht nur bei Katholiken findet der Appell des Papstes ein offenes Ohr. Pfarrer Karl Graupeter von der protestantischen Pauluskirchengemeinde findet den Aufruf „sehr sympathisch“. „Ein starker Anstoß, der auch protestantische Gemeinden zum Nachdenken anregt.“ Im Gegensatz zu Katholiken würden die Pfarrhäuser von Protestanten in der Regel von der Familie des Pfarrers bewohnt und böten von daher weniger Spielraum. Das heiße aber nicht, dass man nicht über Möglichkeiten in sonstigen kirchlichen Immobilien nachdenken könne. (jsw)

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